IBM baut Zukunft – und kann sie nicht erklären

Cloud

Im üblichen übertreibenden Pressemitteilungston erklärt IBM, die »Bausteine für die IT-Infrastruktur des 21. Jahrhunderts« vorzustellen. Im Grunde stellt Big Blue nur eine Reihe von Automatisierungs-Hilfen vor, die erst in Zusammenhang mit anderen Plänen Sinn machen.

Nahezu alle Stichworte, die es für Suchmaschinenmarkting braucht, kommen in IBMs aktueller Pressemitteilung vor. Und ein Marktpotenzial von »rund 95 Milliarden Euro«. Keine Produkte, die den normalen PC-Nutzer auch nur ansatzweise interessieren – und doch sollen die neuen Produkte und Services unter dem Namen »Dynamic infrastructure« den Markt komplett verändern.
Man wolle mit einer »neuen, dynamischeren Infrastruktur »mehr Intelligenz, Automation, Integration und Effizienz in die digitale und physische Welt bringen.« . Aha. Als Ergebnis sollen »öffentlicher Dienst und Unternehmen die Herausforderungen eines global integrierten Planeten besser beantworten und beherrschen können«.

Von Governance bis Compliance werden schließlich alle Business-Buzzwords genannt, Security und Risiko-Management kommen ebenfalls vor, Mobilfunk, RFID und intelligente Vernetzung auch. Wer diese Meldung als Journalist so veröffentlicht, bringt den Leser definitiv durcheinander und vermutlich zur Verzweiflung – und lässt am Guten im Marketingmenschen zweifeln.

Kurz und gut: Neue Tools im Tivoli-Umfeld und viele Dienste von IBM für Unternehmenskunden sollen Geschäftsanwendungen so optimieren, dass Globalisierung und weltweite Produktion viel leichter zu verwalten sind, die Umwelt nicht belastet wird und IBM dabei noch daran verdienen kann. Sogar die Finanzierungsoptionen von IBM Financing  werden genannt – an Zinsen will man schließlich auch noch verdienen, aber anders als viele Banker in den USA wenigstens tatsächliche Produkte verkaufen.

In den Wolkenkuckucksheimen der IBM-Auguren kommt neben Servern, Storage-Lösungen und Software sowie anderen Produkten und Dienstleistungen nur eines nicht vor: die Wolken selbst. Denn gleichzeitig mit dieser Veröffentlichung zeigte IBM an zahlreihen Orten der Welt neue Tools für Cloud-Services.  IBMs Forscher sind tatsächlich an der Zukunft dran – aber vielleicht einen Tick zu früh, um diese Ansammlung von Ankündigungen verständlich zu machen. (Manfred Kohlen)

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen