Telekom-Affäre: Konzernspitze ordnete Schnüffeleien an

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Bei der Suche nach undichten Stellen im Unternehmen sollen der ehemalige Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel und der frühere Vorstandschef Kai-Uwe Ricke persönlich angeordnet haben, Mitarbeiter und Journalisten auszuspionieren.

Erneut werden in der Spionage-Affäre bei der Deutschen Telekom deren Ex-Chefs Zumwinkel und Ricke belastet. Schon im vergangenen Mai erklärte der frühere Personalvorstand Heinz Klinkhammer, der Schnüffel-Auftrag sei an ihm und »am Chef der Konzernsicherheit vorbei aus dem Umfeld Ricke und Zumwinkel erteilt worden.« Interne Untersuchungsbericht, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, bestätigen das nun. Demnach haben Zumwinkel und Ricke persönlich den frühere Fernmeldeoberrat Klaus T. beauftragt herauszufinden, wer im Unternehmen vertrauliche Informationen an die Medien weitergibt. Nach Aussagen des Mitarbeiters habe er strickte Anweisung gehabt, absolutes Stillschweigen über die Ermittlungen zu bewahren – auch gegenüber seinen Vorgesetzten.

Derzeit untersucht die Staatsanwaltschaft Bonn die Vorfälle, die im Frühjahr 2008 bekannt geworden waren. Damals stellte sich heraus, dass die Telekom die Telefonverbindungen von Aufsichtsräten, Managern und Journalisten überwacht hatte – insgesamt sollen laut SZ 55 Personen betroffen gewesen sein. (Daniel Dubsky)