LinkedIn geht bewusst auf Xing los

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Das weltweit größte Netzwerk für berufliche Kontakte hat seinen hiesigen Ableger konsequent auf deutsch getrimmt und will nun den hiesigen Primus Xing in Bedrängnis bringen.

Ab sofort ist die deutsche LinkedIn-Version online. Allerdings hat diese Umstellung seit Ankündigung mehr als zwölf Monate gedauert. Der US-Business-Netzwerk machte voriges Jahr gute Erfahrungen mit länderspezifischen Ablegern in Spanien und Frankreich und versucht daher mit der Übersetzung, die deutsche Nutzerbasis von momentan einer halben Million Netzwerker signifikant zu steigern: “Wir wollen die Kundenzahl mehr als verdoppeln”, gibt sich Europachef Kevin Eyres ziemlich zuversichtlich.
Das wird aber gar nicht so leicht, denn der Hamburger Konkurrent Xing hat allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz gut drei Millionen muttersprachliche Kontaktknüpfer an sich gebunden. Europaweit sollen es über 6,5 Millionen sein.
LinkedIn will mit seiner internationalen Verbreitung punkten, da weltweit gut 35 Millionen Menschen einen Account pflegen. Da gibt es allerdings einen Logikfehler: Wollten hiesige Netzwerker internationale Kontakte knüpfen, dann wäre die Business-Sprache Englisch wohl geeigneter. Die Umstellung auf deutsch widerspricht dem Argument der Betreiber. Außerdem hat LinkedIn heute nur vier Sprachversionen zu bieten, während Xing seine Website in 16 Sprachen übersetzt hat und damit sogar mehr Internationalität versprüht. “Xing ist gegenüber den Konkurrenten gut positioniert”, bestätigt Marcus Pratsch, Analyst bei der DZ Bank. Er glaubt nicht, dass es nun eine große Abwanderung Richtung LinkedIn geben wird. (rm)

Financial Times

TechCrunch