Die CIO-Falle: Virtualisierung spart nicht immer Geld

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Server-Virtualisierung verändert die Infrastruktur, macht sie flexibler und hilft meist auch, weniger IT-Budget zu verbrauchen. Nicht so bei der Desktop-Virtualisierung, warnen Experten.

Schon mancher CIO sei in jüngster Zeit böse erwacht, da die Budgetzahlen sich nicht erwartungsgemäß veränderten: Die Einführung von Virtual Desktops kann deutlich mehr kosten als beabsichtigt war. »Wir beobachten, dass jene Projekte, die voll auf Kostenersparnis abzielen, öfter schon vom Planungstisch genommen werden«, erzählt Analystin Natalie Lambert von Forrester Research aus Cambridge. Dennoch glaubt die Studienautorin, dass der Virtual Desktop auf Dauer den klassischen Firmen-PC ersetzen werde.

Virtuelle Preistreiber
Wie kam es zu der plötzlichen Änderung? Die Lizenzkosten legten zu (150 bis 250 Dollar pro Desktop) und nötige Upgrades in der Infrastruktur machten die Einsparpläne zunichte. Meist bleiben nur noch bei Support und Desktop-Management kleine Spareffekte übrig. Für jede zu virtualisierende Applikation müsse die Firma 150 Dollar extra einplanen, zusätzlich zur einmaligen Grundgebühr, die sich zwischen 2.000 und 5.000 Dollar bewegen könne, rechnet Ty Schwab vor, Firmengründer von Blackhawk Technology Consulting. Seine Zahlen resultieren aus rund 200 Virtualisierungsprojekten.

Tücken im Data Center
Bei der Infrastruktur wie Netzwerk, Datenbandbreite und Speicheroptimierung können auch Fußangeln lauern: »Einige Anbieter wollen Ihnen erzählen, dass 30 Kbit/s pro Virtual Desktop ausreichen. Im realen Betrieb müssen es aber wenigstens 100 Kbit Bandbreite sein, um die typischen Lasten zu bewältigen«, stellt Chris Wolf klar, Analyst der Burton Group. Ein weiterer Kostenpunkt sei der Speicherplatz: Was im Desktop-Gehäuse simpel und billig sei, werde bei einem hochwertigen SAN wegen der Komponenten und Kabel pro TByte deutlich teurer.
(Ralf Müller)

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Der Virtual Desktop als neuer Firmen-PC

Wie man bei den SAN-Speicherkosten spart