Firmenchefs fragen: Brauchen wir Internet Explorer 8?

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Bei hunderten von Rechnern im LAN arten Software-Updates gerne mal in Arbeit aus. Beim heraufdämmernden nächsten MS-Browser fragen Unternehmenslenker zu Recht: Brauchen wir das überhaupt?

Wer sich der aktuellen Variante des Internet Explorer 8, dem Release Candidate 1, nähert, wird ein paar Eigenheiten und neue Funktionen finden, über die man nachdenken sollte. Zum Beispiel, dass vieles davon schon in Konkurrenzprodukten zu finden ist, was seine Notwendigkeit etwas in Frage stellt.
Doch von vorne: Der IE 8 besitzt einen Privatmodus, der jegliche Aufzeichnungen während der Surf-Session unterbindet. Per Filter darf der Nutzer einstellen, welche Inhalte gesichert werden und wie privat und anonym man auftreten möchte. Mancher IT-Chef und Unternehmer dürfte sich darüber weniger freuen. Was nach mehr Sicherheit klingt, bedeutet für die interne Unternehmenspolitik, Mitarbeiter schlechter kontrollieren und die Einhaltung von Porno- oder P2P-Verbot nicht ganz so gut überprüfen oder beweisen zu können.

Nützliche Diagnose-Funktionen
Weiterhin lässt sich die Adress-Eingabe der URL besser erkennen, so dass man eine höhere Chance habe, die Umleitung zu einer nachgemachten Fake-Seite zu entdecken, verspricht Microsoft. Für alle Fälle lasse sich der SmartScreen-Filter zuschalten, der die aktuelle Seite analysiert und vor potentiellen Gefahren warnt. Sowohl für privaten wie geschäftlichen Einsatz ein Fortschritt. Ebenso verhält es sich mit der eingebauten Diagnose, die bei nicht geladenen Webseiten untersucht, woran es denn gelegen hat.

Viele kleine Goodies
Die interne Übersetzungsfunktion versucht, markierten Text sinngemäß in die gewünschte Zielsprache zu übertragen. Das Management von Add-Ons und Plug-Ins sei enorm verbessert worden. Nett: Ein Farbcode erleichtert den Tab-Wechsel, denn so lassen sich die vielen offenen Fenster leichter unterscheiden. Gefällt die aktuelle Seite, dann bietet ein IE-Schalter an, ähnliche Sites zu suchen und zu laden.

Falls mal eine besuchte Adresse nicht korrekt angezeigt wird, könne das Programm per Kompatibilitätsmodus auf eine IE-7-Emulation umschalten. Das könnte öfter nötig sein, denn beim Acid-3-Tests schneide der neue Browser schlechter ab als jede andere Neuerscheinung.

Kein Hurra für Firmen
Fazit: Etliche nette neue Talente, die manchen Einzelnutzer erfreuen dürften. Verbesserungen für einen unbedingten Umstieg sind nicht zu entdecken. Vor allem für Unternehmen ergeben sich eigentlich keine zwingenden Gründe, umzusteigen. Eher im Gegenteil.
(Ralf Müller)

Weblinks

eWeek US

PCpro-Bericht

PCpro-Test des IE 8