Was ist das beste Business-CMS?
Typo3 vs. CMSimple

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Wer ein Content Management System benötigt, muss erstmal Äpfel mit Birnen vergleichen – wir wagen das und vergleichen Typo 3 mit CMSimple – im Grunde also den Porsche Cayenne Turbo und den Fiat 500 unter den CMS-Programmen.

Entscheidungskriterium TCO

Sowohl typo3 als auch CMSimple sind Content Management Systeme (CMS), also Tools mit denen man Webseiten erstellen und inhaltlich betreuen kann. Im Gegensatz zu einer klassischen, statischen Webseite sind Inhalt und Layout bei einem CMS strikt voneinander getrennt. Dadurch ist ein Redesign auch großer Webportale vergleichsweise unkompliziert möglich.

Für Unternehmen sind Content Management Systeme deswegen sehr interessant, weil auch ein normaler Anwender ein einmal eingerichtetes System betreuen und inhaltlich weiterentwickeln kann, Programmierkenntnisse oder spezielles Administrationswissen braucht man dafür dann nicht mehr.

 

Die Special Edition von CMSimple ist funktional besser ausgestattet als die Standardversion und gerade für Einsteiger auch besser zu bedienen.

 

Beide Systeme haben in den letzten Jahren einen hohen Verbreitungsgrad erreicht und werden von Privatanwendern und Firmenkunden erfolgreich eingesetzt. Sowohl typo3 als auch CMSimple sind Open Source, ihre Benutzung ist kostenlos. Bei CMSimple muss man allerdings einen Backlink zur Webseite des Entwicklers setzen.

Von CMSimple gibt es auch noch eine funktional aufgebohrte Special Edition, die 15 Euro/Jahr an Lizenzkosten verursacht. Man kann die meisten zusätzlichen Features der Special Edition (wie beispielweise den äußerst nützlichen Menu Manager) auch selbst in einem Standard CMSimple nachrüsten. Wer schnell ein komplettes System braucht um loszulegen, ist mit der Special Edition besser bedient.

Aus Sicht eines professionellen Anwenders interessieren aber nicht nur die – in diesem Fall mehr oder weniger identischen – Anschaffungskosten, sondern auch die Folgekosten, und in diesen unterscheiden sich die Systeme erheblich.


Skalierbarkeit: Wie groß möchtest Du werden?

Es fängt schon mit dem technischen Aufbau an. Während typo3 eine mySQL Datenbank benötigt, speichert CMSimple die Webseite nicht in einer Datenbank, sondern ganz schlicht in einer einzigen HTML-Datei ab. Durch diese unterschiedlichen Architekturansätze hat typo3 zwar potenziell wesentlich mächtigere Funktionen zu bieten, ist aber auch entsprechend aufwendiger zu administrieren und zu bedienen als CMSimple. Dennoch reicht dieser einfache technische Ansatz von CMSimple aus, um auch Webseiten mittlerer Größe wie beispielsweise die vom bayrischen Urquattroclub (www.quattroclub.de) umzusetzen. Damit ist die Skalierbarkeit von CMSimple auch für die meisten Anwendungszwecke in Unternehmen als durchaus ausreichend zu betrachten.

Trotz oder gerade wegen seiner einfachen Struktur setzen viele Unternehmen CMSimple ein. Hier der auf CMSimple basierende Webshop von welovelingerie.nl.


Installation und Konfiguration

Die Installation und Konfiguration von CMSimple ist ebenso unkompliziert wie das System selbst. Es reicht völlig aus die Dateien per FTP auf den Server zu laden, einige Dateirechte von Hand neu zu setzen. Man ist in 10 Minuten arbeitsfähig, und weil CMSimple ein Standard-Template mitbringt, kann man sich dann auch sofort mit der produktiven Arbeit loslegen.

Bei typo3 ist das alles deutlich aufwändiger. Man braucht eine Datenbank und die – im Übrigen sehr ausführlich dokumentierte Installation – ist auch nicht ganz ohne.  Und wenn dann endlich typo3 läuft, kommt die nächste Enttäuschung. Außer einer Fehlermeldung gibt’s nicht viel zu sehen. Die Entwickler haben zwar so ziemlich an alles gedacht, nur nicht daran, dem Neueinsteiger zumindest mal ein Template an die Hand zu geben, damit er überhaupt mit dem System arbeiten kann.

 

Bei Erstkontakt durchaus respekteinflößend: Die Konfigurationsoberfläche von typo3.

 

In den Foren und der ofiziellen Dokumentation legt man dem Neueinsteiger dafür den gutgemeinten Rat ans Herz, sich die nächsten drei Monate frei zu nehmen und intensiv mit der Konfigurationssprache typoscript zu beschäftigen, damit man sich irgendwann einmal ein Template selber basteln kann. Aus der Sicht eines Unternehmens ist das alles wenig pratikabel, vor allem dann, wenn der eigene Betrieb andere Kernkompetenzen hat als die Administration und Programmierung von typo3.

Aus diesem Grund gibt es inzwischen eine Reihe spezialisierter Dienstleister die – gegen ein entsprechendes Entgelt natürlich – diese Arbeiten übernehmen. Somit ist in beiden System die Installation und Erstkonfiguration in der Praxis kein größeres Problem, allerdings bei typo3 regelmäßig mit deutlich höheren Kosten verbunden als bei CMSimple.


Benutzerfreundlichkeit: CMSimple gut, typo3 naja

Die Benutzerfreundlichkeit eines CMS ist ein entscheidendes Kriterium, weil die Eingabe und die Pflege des Inhaltes einer Webseite – auch ohne technische Hürden – immer zeitintensiv und daher teuer ist.

Wenn sich der Anwender dann bei diesem Prozeß noch durch unübersichtliche Eingabemasken quälen muss, wird es für das Unternehmen nicht billiger. Diesen Punkt verliert typo3 ganz klar gegen CMSimple. Durch seine Funktionsvielfalt hat typo3 eine Vielzahl von Optionen, die gerade Anwender ohne technische Ausbildung eher verwirren als unterstützen. Die Oberfläche von CMSimple ist vergleichweise einfach und – wenn man sich einmal mit den Eigenheiten des eingesetzten Webeditors OpenEdit vertraut gemacht hat – sehr flott und angenehm zu bedienen.

Man kann zwar bei typo3 für den Anwender die Benutzeroberfläche anpassen und vereinfachen. Aber auch das ist natürlich mit einem gewissen Aufwand verbunden, den man bei CMSimple nicht hat, den hier ist das Interface schon per Default einfach und übersichtlich strukturiert.

 

Im wahrsten Sinne des Worte schön einfach: Der Standard Editor von CMSimple hat zwar durchaus seine kleinen Macken, die Einarbeitung dauert trotzdem nicht lange.

 


Mehrbenutzerfähigkeit: Bei CMSimple nur ein User für alles

Typo3 ist von Haus aus auf mehrere Benutzer ausgelegt und diesbezüglich ideal für Redaktionssysteme und die entsprechenden Workflows geeignet. Dank fein skalierbarer Rechte, kann man als Admin die Inhaltspflege ohne die Gefahr outsourcen, dass ein unbedarfter Anwender versehentlich das komplette System zerschiesst.

CMSimple kann da nicht mithalten. Das System kennt per Default nur einen einzigen Benutzer, der gleichzeitig Redakteur und Administrator ist. Es gibt zwar einen Hack, der eine Art Rechteverwaltung einführt, aber eine echte, robuste Mehrbenutzerfähigkeit kann man damit nicht nachrüsten. Für Webauftritte, die mehr als einen Benutzer haben der sich um die Inhalte kümmert, ist CMSimple daher ungeeignet. Das kann, aber muss nicht unbedingt für den Unternehmenseinsatz ein Manko sein.

In vielen kleinen und mittleren Unternehmen gibt es ohnehin nur einen einzigen Webmaster der die Inhaltspflege verantwortet. Es kommt eben auf den Anwendungszweck an, ob die Mehrbenutzerfähigkeit ein wichtiges Feature ist, oder das System nur unnötig aufbläht.

 

typo3 hat eine mächtige Benutzerverwaltung, mit fein granulierbaren Rechten. CMSimple hat in dem Bereich gar nichts zu bieten. Damit ist CMSimple nur für W
ebauftritte interessant, bei denen Webmaster und Redakteur identisch sind, wie das in kleinen Unternehmen häufig der Fall ist.

 


Module und PlugIns

Bei den Modulen und PlugIns schlägt die große Stunde von typo3, denn die sehr aktive Entwicklergemeinde hat nahezu für jeden Anwendungszweck schon ein Modul programmiert. Hier kann CMSimple nicht ansatzweise mithalten. Zum Teil ist dieses Dilemma aber auch hausgemacht, denn der Erfinder Peter Harteg hat es sich durch einige sehr unpopuläre Aktionen –beispielsweise die Sperrung des offiziellen Supportforums für alle Benutzer, die keine kommerzielle Lizenz haben- mit vielen langjährigen Unterstützern von CMSimple gründlich verscherzt.

Zudem scheint er – wenn man einschlägigen Forenberichten Glauben schenkt – den Quellcode zwar offenzulegen, aber auf eine Art und Weise, dass niemand ausser ihm etwas damit anfangen kann. Eine gänzlich andere Strategie hat Kasper Skårhø, der Erfinder von typo3 verfolgt. Die Entwicklung von typo3 ist sehr transparent und es wird niemand dazu gedrängt eine Lizenz oder irgendetwas anderes zu kaufen. Das dankt ihm die Entwicklergemeinde mit entsprechender Unterstützung, von der natürlich auch alle Anwender profitieren.

Unterm Strich kann man festhalten, dass es für gängige Anwendungszwecke, wie beispielsweise Shoplösungen, auch bei CMSimple entsprechende Erweiterungen gibt. typo3 ist bei den Erweiterungen aber klar führend.

 

Support vom Entwickler Peter Harteg gibt es bei CMSimple nur für zahlende Nutzer. Das ist auch in der Open Source Welt nichts Ungewöhnliches, irgendwovon muss ja auch ein Entwickler leben. Allerdings ist es etwas rabiat von ihm, nur zahlenden Benutzern die Registrierung im offiziellen Support Forum zu ermöglichen.

 


Suchmaschinenfreundlichkeit

Beide Systeme unterstützen grundsätzlich suchmaschinenfreundliche URLs, produzieren aus unerfindlichen Gründen im Auslieferungszustand aber die nervigen PHP-URLs mit den Fragezeichen (http://diasdigitalisieren.info/?Download, statt http://diasdigitalisieren.info/Download).

Die wichtige Pflege von Metadaten in Inhalten, also beispielsweise ALT-Tags für Bilder unterstützt CMSimple hingegen nicht. Insofern ist CMSimple bei der Suchmaschinenoptimierung gegenüber Typo3 im Nachteil.

Wie immer ist bei der SEO (Search Engine Optimization) der limitierende Faktor aber weniger das System, sondern vielmehr den Aufwand, den man in die Pflege und Aufbereitung der Inhalte steckt. Entscheidend für das Ranking in Suchmaschinen ist neben gutem Content vor allem auch die Zahl der Backlinks von anderen Seiten und in beiden Fällen spielt das verwendete CMS keine Rolle.

Andere wichtige Features, wie beispielsweise die Pflege mehrsprachiger Webauftritte sind auch in CMSimple implementiert und schon mit dem Standard-Template nutzbar.


Fazit: typo3 leistungsfähiger, aber oft überdimensioniert

Ob man sich für typo3 oder CMSimple entscheidet ist – zumindest unter betriebswirtschaftlichen Aspekten – keine Glaubensfrage, sondern durchaus rational zu beantworte. Nicht ohne Grund gibt es viele Dienstleister, die beide Systeme parallel betreuen.

Nur wer die Mehrbenutzerfähigkeit und Datenbankfeatures tatsächlich braucht, sollte sich die Mühe machen, ein derart leistungsfähiges System wie typo3 tatsächlich einzusetzen. Kleinere und mittlere Unternehmen die nur einen einzigen Webmaster haben und keine exotischen Anforderungen an das CMS stellen, sollten sich CMSimple genauer angucken. Im Vergleich zu typo3 kann man mit CMSimple zu einem Spottpreis einen ansprechend gestalteten Webauftritt erstellen, der zudem unkompliziert zu pflegen ist.

Um auf das Beispiel mit dem Porsche Cayenne Turbo und dem Fiat 500 zurückzukommen: Die Frage ist nicht, was das »bessere« Auto ist, sondern was man damit tatsächlich machen will. Um morgens Brötchen zu holen, braucht man kein ressourcenverschlingendes Superfahrzeug, mit dem man nötigenfalls auch die sibirische Steppe in Rekordzeit durchqueren könnte – da tut’s eine schlankere Lösung genauso gut.


Nützliche Links zum Thema

Die offiziellen Entwicklerseiten
www.typo3.org
www.cmsimple.com

CMSimple SE
http://www.cmsimple-styles.com/cmsimplestyles


Freie Templates und Demoinstallationen für typo3

www.typo3-musterprojekt.de/
www.it-bo.com/typo3-agentur/typo3-templates/typo3-templates-download

Freie Templates und Demoinstallationen für cmsimple
www.cmsimple-styles.com/cmsimplestyles/?Templates
www.dotcomwebdesign.com/?Free-Website-Templates-Section-1

Referenzseiten typo3
fuessen.de/
www.schweizer-illustrierte.ch

Referenzseiten cmsimple
www.diasdigitalisieren.info
www.welovelingerie.nl (mit Online-Shop)