Sonys Ex-Chef fordert IT-Übernahmen

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Neulich gab es eine Zwangsfusion der drei größten japanischen Versicherungskonzerne. Das solle man auch mit den Elektronikkonzernen des Inselreichs machen, fordert Ex-Sony-Chef Nobuyuki Idei.

»Früher war kritisiert worden, Japan habe zu viele Banken, heute gibt es zu viele Elektronikkonzerne«, äußerte sich Idei (Bild) gestern gegenüber der Financial Times. Seiner Ansicht nach sei eine Konsolidierung unumgänglich, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Rezession verstärke ohnehin die Neigung zu Bündnissen. Das habe ja schon kürzlich die 6,87 Milliarden Euro teure Verschmelzung von Sanyo Electric und Panasonic gezeigt.

Fusion wegen der Devisen
Eine der entscheidenden Faktoren für Idei: Durch den Anstieg des Yen werden die Auslandserträge stark geschmälert. Das könnte Konzerne automatisch in Bündnisse treiben. In diesem Zusammenhang wirft der ehemalige Sony-Chef (1999 bis 2005) der Regierung von Ministerpräsident Taro Aso und auch gleich noch Japans Zentralbank Untätigkeit in der Währungspolitik vor.
Wäre die Währung das einzige Problem, kämen die Konzerne über die Runden, fügt Idei hinzu. Doch hinzu komme die Finanzkrise mit ihrer Kreditklemme, die vor allem kapitalintensiven Branchen dauerhaft Schaden zufügen könnte. Daher seien Zusammenschlüsse von sich ergänzenden Technologiekonzernen das Gebot der Stunde, damit die japanische IT-Branche zukunftsfähig bleibe.
(Ralf Müller)

Weblinks

Nobuyuki Idei

Premier Aso Taro

Financial Times