Unternehmer brauchen sich nicht vor Conficker-Attacke fürchten

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Die ganze Aufregung um die weltweite Conficker-Infektion könnte ein abgekartetes Spiel von Sicherheitsdienstleistern sein, behauptet eine Untersuchung.

Seit November schon ist vom Conficker-Wurm oder auch Downadup-Virus die Rede. Der digitale Schädling wurde anfangs kaum Ernst genommen, da seit Jahren Würmer kein Thema mehr sind. Erst mit dem Jahreswechsel rückte Conficker in den Fokus, da er angeblich etwa 9 Millionen PC-Systeme befallen haben soll. Während seine Verbreitung besorgniserregend wäre, werden kaum irgendwo ernsthafte Schäden gemeldet. Die Wirkung war bislang eher psychologischer Natur.

Hersteller verhielten sich verdächtig
Verdächtig war, dass in jüngster Zeit Antiviren-Hersteller das Thema bewusst anheizten und die Infektionszahlen in dramatischen Verlautbarungen auf über 50 Millionen hochjubelten. Doch die gestern veröffentliche Studie, von Computerbild initiiert, äußert einen ganz anderen Verdacht: Die Sicherheitsdienstleister könnten womöglich selbst hinter dieser massiven Invasion stecken oder sie zumindest bewusst fördern.

Im Rahmen der Untersuchung überprüfte ein europäisches Viren-Testcenter (AV-Test) die kolportierten Zahlen. Die Honeypot-Analyse ergab: Alle von Virenscanner-Herstellern veröffentlichten Schätzungen waren heillos übertrieben: »Der Wurm hat nur etwa 500.000 Computer befallen. Von mehreren Millionen kann keine Rede sein«, so der trockene Kommentar von Zeitschriftenmann Olaf Pursche.

Äußerst praktisches Timing
Verdächtig war neben dem auffällig geringen Schadensverlauf auch das Timing: Zu Beginn eines Geschäftsjahres und bei einsetzendem Wirtschaftsabschwung kann Antiviren-Herstellern nichts Besseres widerfahren, als ein weltumspannendes Sicherheitsproblem. Das Medienecho war gigantisch und dürfte die Umsatzzahlen der Anbieter spürbar befördert haben. Konkrete Beweise für ihre Schuldzuweisungen konnte die Computerbild allerdings nicht vorlegen.
(Ralf Müller)

Weblinks

Gulli

Die Welt

Wall Street Journal