Qimonda-Pleite setzt Infineon unter Druck

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Dem Mutterkonzern drohen Belastungen in dreistelliger Millionenhöhe. Nun streitet man um die Schuldfrage. Die Gespräche über Hilfen vom Staat laufen weiter.

Nachdem Qimonda am Freitag überraschend einen Insolvenzantrag stellte, beginnt nun die Suche nach den Schuldigen. So wird dem Management vorgeworfen, durch neue Forderungen, das eigentlich schon stehende Rettungspaket gefährdet zu haben. Doch die Unternehmensführung kontert, man sei über Monate hingehalten worden – hätte der Staat wie vorgesehen vor Ende Dezember gezahlt, wäre die Pleite vermeidbar gewesen. Auch wäre der Finanzbedarf geringer als vielfach behauptet. »Wir brauchten nur eine Bürgschaft über 200 Millionen Euro, kein Kapital«, zitiert die Süddeutsche Zeitung einen hochrangigen Manager.

Die Gespräche mit der Bundesregierung und der sächsischen Landesregierung laufen trotz Insolvenzverfahren weiter, berichtet die Financial Times Deutschland. Man werde alles tun, um einen künftigen Investor zu unterstützen, erklärte Sachsens Ministerpräsident Tillich, schloss aber gleichzeitig eine Beteiligung des Freisstaats an möglichen Firmenauslagerungen aus.

Durch die Qimonda-Pleite gerät auch der Mutterkonzern unter Druck. Laut Spiegel drohen Infineon Belastungen in dreistelliger Millionenhöhe, etwa durch Abfindungen, Kartellverfahren und die Rückzahlung von Fördergeldern. Analysten schätzen den Schaden auf 280 Millionen Euro; das Unternehmen hat bereits Rückstellungen gebildet und will einen Teil der Lasten bereits im abgelaufenen Geschäftsquartal verbuchen, das Ende Dezember endete. (Daniel Dubsky)