Infineon-Tochter Qimonda nun doch pleite

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Mitten im gefühlten 17. Rettungsversuch ging dem angeschlagenen deutschen Speicherchiphersteller das Geld aus. Heute stellte man beim Amtsgericht München Antrag auf Insolvenzverfahren.

Nun hofft Muttergesellschaft Infineon Technologies AG, die 77,5 Prozent der Qimonda-Aktien hält, nicht in den Pleitesog hineingezogen zu werden, während die Belegschaft in den Qimonda-Niederlassungen in München und Dresden zittert, ob der Insolvenzverwalter die laufende Restrukturierung fortführt und damit doch noch eine Sanierung hinbekommt. “Das deutsche Insolvenzrecht bietet die Chance, das Unternehmen wieder auf eine solide Basis zu stellen”, hofft Vorstandsvorsitzender Kin Wah Loh.

Trotz Liquiditätsengpass hatte die Muttergesellschaft sich seit Monaten geweigert, finanziell zu helfen. Ein Käufer konnte nicht gefunden werden und auch diverse Rettungspakete scheiterten, weil Infineon nicht viel zuzahlen wollte. Qimonda schreibt wegen des Preisverfalls bei den Speicherchips seit mehreren Quartalen deutliche Verluste und war bereits damit beschäftigt, rund 3.000 Stellen abzubauen. Von weltweit 12.200 Jobs sind 1.400 in München und 3.200 in Dresden angesiedelt respektive gefährdet. (rm)

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