EBay: Verkäufe erstmals rückläufig

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Die Zurückhaltung der Konsumenten erreicht das Auktionshaus – trotz Madoff-Memorabilien und Obamania.

Ebay-Boss John Donahoe ist nach eigener Aussage frustriert: Das Schlussquartal 2008 war der allererste Umsatzrückgang in der Firmengeschichte, die Verkäufe ließen um 6,4 Prozent nach und erreichten nur noch 2,04 Milliarden Dollar. Und das ausgerechnet im sonst so fetten Weihnachtsgeschäft, in dem Onlinehändler wie Amazon zulegen konnten. Donahoes Bemühungen, erneut einen Wachstumspfad einzuschlagen, hat also bislang nicht gefruchtet: “Ich bin frustriert, dass die Änderungen des vergangenen Jahres nicht zu messbaren Resultaten geführt haben”, resümiert der Boss geknickt.

“Ebay hat die Trendumkehr nicht geschafft”, konstatiert auch Bernstein-Analyst Jeff Lindsay. Er sieht aber ein größeres Problem als nur Kaufzurückhaltung und ein verhunztes Weihnachtsgeschäft: Donahoe habe schließlich die Bemühungen des Konzerns verdoppelt, sich von der einseitigen Abhängigkeit gegenüber dem Auktionsgeschäft zu lösen. Dieser Schwenk hin zum Festpreisgeschäft und damit in die Fahrwasser von Amazon mache zwar schon die Hälfte aller Transaktionen bei Ebay aus, doch die Kunden strömen immer noch deutlich lieber zur Konkurrenz. “Auch beim Kauferlebnis verliert Ebay im direkten Vergleich mit Amazon”, bestätigt Cown-Analyst Jim Friedland. Und zwar um Längen.
Amazon hat zwar noch keine Zahlen für das Schlussquartal gemeldet, aber schon angedeutet, dass es das beste Weihnachtsgeschäft des Hauses war. ComScore meldete 9,8 Prozent mehr Traffic auf Amazon.com.
Bei Ebay ließ der Onlineverkehr im Dezember 2,5 Prozent nach. Auch das erste Quartal 2009 werde wohl hinter den Erwartungen zurückbleiben. Folge: Der Aktienkurs fällt, jeder zehnte Mitarbeiter müsse gehen. Außerdem drücken die Schulden, ein Verkauf von Skype wird von Marktbeobachtern erwartet. Derweil untergräbt die Kleinanzeigen-Site Craigslist weiter das Auktionsgeschäft von Ebay. (rm)

Businessweek