Telekom beantragt höhere Entgelte für letzte Meile

BreitbandNetzwerkePolitikTelekommunikation

Der Ex-Monopolist begründet seinen Wunsch nach höheren Entgelten mit gestiegenen Kosten. Die Konkurrenz plädiert dagegen für niedrigere Preise, würde das doch ihrer Meinung nach zu mehr Investitionen führen.

Die Deutsche Telekom hat gestern bei der Bundesnetzagentur beantragt, das monatliche Entgelt für die Überlassung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL), auch letzte Meile genannt, auf 12,90 Euro zu erhöhen. Aktuell sind es 10,50 Euro, doch die Genehmigung läuft zum 31. März aus.

»Die Kosten pro Anschluss sind gestiegen, deshalb führt an höheren Entgelten für die Teilnehmeranschlussleitung kein Weg vorbei«, erklärte Telekom-Vorstand Timotheus Höttges. Kostentreiber seien die anhaltenden Verluste von Festnetzanschlüssen an Mobilfunk- und Kabelnetzbetreiber. Dieser Abwanderung stünden keine Einsparungen gegenüber, so dass sich die Kosten pro Anschluss zwangsläufig erhöhen würden. Zudem müsse man wegen der steigenden Nachfrage ins Breitbandnetz investieren.

Das sieht die Telekom-Konkurrenz erwartungsgemäß anders. Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) fordert eine Absenkung der Entgelte, um den Wettbewerbern Spielraum für Investitionen in ihre Infrastruktur zu ermöglichen. Zudem verweist man auf eine eigene Untersuchung, die belegt, dass sinkende Preise für die letzte Meile keineswegs dazu führen, dass Provider Leitungen mieten, statt in eigene Netze zu investieren. (Daniel Dubsky)