Nicht abhörsicher: Datenschutzbeauftragter warnt vor DECT-Telefonen

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Jetzt warnt auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar vor den Gefahren von Schnurlostelefonen nach dem DECT-Standard. »Sie sind ein ganz erhebliches Datenschutzrisiko«, sagte er dem ZDF-Magazin Frontal21. Zuvor hatten Wissenschaftler der Technischen Universität Darmstadt demonstriert, dass sich Telefongespräche mit wenig Aufwand abhören lassen.

Für das ZDF zeigten Informatiker des Forschungszentrum „Cased“ der TU Darmstadt, wie sie von der Straße aus die Gespräche verschiedener Personen mitschnitten, die ein DECT-Telefon nutzen. Dazu benötigten sie lediglich einen Laptop, eine günstige PCMCIA-Steckkarte und eine spezielle Software. In der Sendung vom gestrigen Dienstag sagte Schaar, man müsse die Hersteller dazu verpflichten, den Käufer aufzuklären. Eine Verschlüsselung der Funkübertragung per DECT werde zwar optional angeboten, die meisten Telefone nutzten diese aber nicht, so das ZDF.

Eine Nachfrage von Frontal21 an das Bundeswirtschaftsministerium ergab, dass man die Hersteller nicht dazu verpflichten wolle, um den Wettbewerb zu fördern und ein breites Produktspektrum zu unterstützen.

Der Frontal21-Beitrag zum Thema ist als Videoclip in der ZDF-Mediathek abrufbar. (Christian Lanzerath)