Neuer Ärger für Googles Buchsuche

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Eine Einigung mit Autoren und Verlagen kommt in Deutschland wohl nicht so leicht zustande, denn die beklagen, eine solche käme dem »Ausverkauf von Urheberrechten« gleich.

Im vergangenen Oktober einigte Google sich in den USA nach jahrelangem Streit mit Autoren und Verlagen. Man darf weiter Bücher digitalisieren, führt aber auch ein Vergütungssystem ein. Beide Seiten feierten das als Erfolg.

In Deutschland wird es für den Suchmaschinenbetreiber dagegen schwieriger, denn wie die Financial Times Deutschland berichtet, erklärte der Verband deutscher Schriftsteller, die amerikanische Lösung käme nicht in Frage. Die VG Wort und der Börsenverein des deutschen Buchhandels sehen das ähnlich. Es drohe die »kalte Enteignung deutscher Rechteinhaber«, warnt man.

Experten schätzen, so heißt es bei der FTD, dass die Vergütung durch Google im Einzelfall 60 Dollar pro Titel betragen würde, was angesichts jahrelanger Verstöße gegen das Urheberrecht »eine Frechheit« sei. Die Deutschen wollen daher einen eigenen Lösungsvorschlag ausarbeiten. Auf Google angewiesen ist beim Digitalisieren von Büchern ohnehin nicht, denn auf dem eigenen Portal Libreka hat man bereits mehr als 88 000 Bücher, die sich online im Volltext durchsuchen und in Teilen auch online lesen lassen. (Daniel Dubsky)