Lotus-Offensive: Kleine Welteroberungspläne à la IBM

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IBM will die Marke Lotus zu einer allgegenwärtigen IT-Erscheinung ausbauen. Dafür dachte sich der Konzern nicht nur einige neue Angebote aus, sondern zieht Partner wie RIM, Skype, LindedIn, SAP und Salesforce in sein Bett.

Während andere IT-Konzerne in der Wirtschaftskrise schwächeln, möchte Big Blue die günstige Gelegenheit nutzen, um die Welt komplett umzukrempeln und für sich einzunehmen. Um das zu erreichen, werden Lotus-Produkte und Services geschnürt, die vom Privatmann bis zum großen Unternehmen alle begeistern und bedienen sollen. Auf der hauseigenen Messe Lotusphere in Orlando zieht der Konzern gerade die vielen vorbereiteten Projekte aus dem Hut.
Das beginnt beim BlackBerry, denn IBM konnte Research in Motion als strategischen Partner gewinnen. So haben die Besitzer des kanadischen Smartphones demnächst den Zugriff auf Lotus-Software, Symphony-Dokumente und passende mobile Entwicklungstools. Auch dürfen die BlackBerry-Nutzer in die Lotus-Blogs und Communities. Klingt nach Social Network. Stimmt, denn IBM macht mit LotusLive voll auf Web 2.0. Daher auch die Verbindung mit dem neuen Partner LinkedIn. Vor allem will man die Kommunikation innerhalb und außerhalb von Unternehmen verbessern und baut daher auf Gruppendynamik, Kollaboration in Arbeitsgruppen und zwischen Abteilungen, E-Mail- und Web-Konferenz-Lösungen sowie dank Kooperation mit Skype auch gleich noch das Videotelefonat. Damit vor lauter Chat, Doku- und Bildaustausch die Performance des Systems nicht in den Keller rauscht, hat IBM LotusLive direkt mal auf Cloud-Infrastruktur aufgesetzt.
Das hat den Vorteil, auch gleich die Verknüpfungen zu den vorhandenen Business-Services des Hauses mit anbieten zu können. Dank Einhaltung von Web-Standards und eines offenen Business-Modells sei die Integration von Applikationen anderer Hersteller innerhalb der Cloud-Firewall nicht nur möglich, sondern auch erwünscht. So gibt es ab sofort die Option zur frisch eingebundenen CRM-Lösung von Neu-Partner Salesforce.com. Damit lässt sich die professionelle Kundenansprache und -verwaltung erledigen. Wer sich noch mehr Business-Software und -Lösungen erwartet, kann sich im IBM-Fundus bedienen oder die Angebote vom nächsten frischen Lotus-Partner SAP wählen. Gemeinsam hat man das Entwicklertool Alloy auf die Beine gestellt, um die Lotus Notes Groupware mit den Applikationen der SAP Business Suite zu verknüpfen. Ab März sollen dann die Lotus-Nutzer auf SAP-Daten zugreifen können. (Ralf Müller)

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