Krisenopfer: Zweitgrößter Elektronikhändler gibt auf

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Zum Wochenende schockte Circuit City mit der Nachricht, alle seine 567 Konsumtempel zu schließen und die 34.000 Mitarbeiter auf die Straße zu setzen.

Was bei uns Media Markt und Saturn-Hansa sind, ist in den USA Circuit City – nur größer. Doch das war einmal, denn die zweitgrößte Handelskette für Konsumelektronik muss aufgeben: »Wir waren nicht in der Lage, uns mit den Geldgebern und Gläubigern über eine kurzfristige Umstrukturierung zu einigen«, erzählt der amtierende Chef James Marcum.

Ab sofort laufe ein finaler Sonderverkauf, der bis zum letzten Geschäftstag am 31. März andauere. Waren im Wert von 1,8 Milliarden Dollar sollen noch in den Regalen liegen. Schon heute werde die Website des Handeslriesen offline gehen. Anfang April müssten dann auch die letzten Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz geräumt haben. Der kanadische Ableger von Circuit City mit immerhin 765 Geschäften und 3.000 Arbeitnehmern sei nicht betroffen und bleibe verschont.

Der lange Weg nach unten
Die grundlegenden Fehler, die zum Niedergang des Handelsriesen geführt haben, sollen bereits in den 90ern gemacht worden sein. Damals eröffnete Konkurrent Best Buy größere Läden in besseren Lagen. Das CC-Management nahm diese Herausforderung wohl nicht ernst genug und verlor mit der Zeit seine Marktposition an Best Buy. Die dürften jetzt ebenso wie Amazon.com von dieser Aufgabe am meisten profitieren, folgerte Imran Khan, Einzelhandelsanalyst bei J.P. Morgan. Laut ComScore setzte CircuitCity.com allein online bis zu 1 Milliarde Euro um. (Ralf Müller)

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