Internet-Wachstum gehorcht dem Moore’schen Gesetz

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Das Internet wuchert vor sich hin. Aber nicht so chaotisch-unregelmäßig wie gedacht. Es folgt einer klaren Exponentialkurve und wachse nur an der Peripherie.

Die von Gordon E. Moore 1965 formulierte Gesetzmäßigkeit bezog sich ursprünglich auf die Zahl der Transistoren, die auf einem integrierten Schaltkreis platziert werden können. Er glaubte, dass sich diese Zahl alle 18 Monate verdoppeln werde. Er behielt Recht. Womöglich ist das eine natürliche Konstante des menschlichen Fortschritttempos? Jedenfalls entdeckten chinesische Wissenschaftler gerade, dass Moores Gesetz auch beim Wachstum des Internets gelte: Das Internet wachse ganz regelmäßig und verdoppele sich in einer festen Zeitspanne. Allerdings nicht alle 18 Monate (also doch keine natürliche Konstante), sondern alle 5,32 Jahre. Diese Entdeckung publizierte Studienleiter Guo-Qing Zhang im New Journal of Physics.
Zhangs Team untersuchte die Evolution der Internet-Topologie, seine Struktur und Verbindungen. Basis ihrer Betrachtungen waren Routerdaten aus den Jahren 2001 bis 2006.
Während der Kern des Internets relativ stabil bleibe, finde stürmisches Wachstum nur an der Peripherie statt. Damit widersprechen die Chinesen früheren Webstudien, die der gesamten Infrastruktur ein Wachstum im Gleichtakt unterstellten.
“Die Internet-Topologie zu verstehen, ist entscheidend beim Design von Routing-Protokollen, Traffic-Optimierungen und für intelligente Zukunftsstrategien, um Systemfehler zu vermeiden”, betont Studien-Co-Autor Tao Zhou. Mehr über die bedeutenden Feinheiten dieser strukturellen Diskussion blättert Physorg auf. (rm)


Eine aktuelle Karte des Internets vom 16.Januar (Bild: Internet Mapping Project, Bell Labs/Lumeta Corporation)

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