Facebook hilft bei Mafia-Rekrutierung

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Erfahrungsgemäß ist man im Sektor der Berufskriminalität technologischen Neuerungen gegenüber immer aufgeschlossen, und so verwundert es wenig, dass nun die Mafia mit einer Image-Kampagne auf Facebook um Nachwuchs wirbt.

Leben und Werk von Größen wie Bernardo Provenzano (2006 nach vier Jahrzehnten auf der Flucht gefasst) und Toto Riina (1993 nach 24 Jahren Fahndung in den Bau gewandert) werden auf italienischen Facebook-Seiten ausführlich geschildert und offenbar von einem überwiegend jugendlichen Publikum auch gerne genutzt.

Das hat Anti-Mafia-Aktivisten alarmiert, die nun fordern, es müssten die selben Regeln zur Anwendung gebracht werden, die auch die Verbreitung von Nazi-Material verbieten. Italienische Behörden haben bereits verkündet, dass gegen die Mitglieder der entsprechenden Facebook-Gruppen wegen Unterstützung einer kriminellen vereinigung ermittelt werden könne.

Die Fans von Riina (“Das Tier”) hat das immerhin zumindest temporär zur Schließung ihrer Gruppe motiviert; ob die Aktivitäten der Anti-Mafia-Gruppen, die sich obendrein nicht einig sind, ob sie eher Zensur propagieren oder lieber Aufklärung betreiben sollen, erfolgreich sind, wird sich zeigen müssen. [gk]

Reuters