Satyam-Skandal: Verliert Outsourcer zur Strafe die Eigenständigkeit?

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Der Buchhaltungsskandal beim indischen IT-Outsourcer schlägt extrem hohe Wellen – in der Branche, in der Politik und bei der Justiz.

Seit Chairman Ramalinga Raju am 7. Januar in einem offenen Brief zugab, dass die Bilanzen von Satyam Computer Services Ltd. seit einiger Zeit künstlich, absichtlich und damit illegal noch oben korrigiert wurden, ist der Teufel los auf dem Subkontinent. Zunächst musste die gesamte Führungsmannschaft umgehend ihre Posten räumen. Zum Wochenende nahm die Polizei den Ex-Chef und seinen Bruder fest.

Am Wochenende dann berief die Regierung ein Trio von unabhängigen IT-Managern als neue vorübergehende Führungsspitze. Doch wahrscheinlich nicht für lange, denn gestern meldete Bloomberg, dass ein US-Anbieter von IT-Services, die kalifornische iGate Corp., bereits überlege , durch eine Übernahme von Satyam ihren eigenen indischen Ableger kräftig zu stärken. Das bestätigte der selbst noch frische Chief Executive Officer Phaneesh Murthy gegenüber Bloomberg: »Wir werden sicher einen Merger anstreben, sofern die Konditionen interessant genug ausfallen.«

Hinter den Kulissen wird schon gemunkelt, dass das neue Führungstrio rund um Deepak Parekh gar den Regierungsauftrag erhalten habe, den Outsourcer möglichst zügig an einen anderen Konzern zu verkaufen. Satyam habe durch den Skandal am Markt mindestens 2,2 Milliarden Dollar an Wert verloren. Etwa 10.000 Arbeitsplätze seien im Konzern akut gefährdet. Und die IT-Branche fragt derweil bang: War es nur ein Einzelfall? (Ralf Müller)

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