Finanzkrise verstärkt Nachfrage nach Planungs-Tools

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Viele Unternehmen übeprüfen ihre Entscheidungen in Form von Geschäftsregeln. Dadurch wollen die IT-Verantwortlichen Fehler bei den Geschäftsprozessen aufdecken.

In diesem Jahr könnten Business Rules Management (BRMS) wichtiger denn je werden. Der Sprung nach oben in der Beliebtheitsskala ist der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise geschuldet.

Um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen zu erhalten, müssen Führungskräfte und IT-Verantwortliche bestehende Geschäftsprozesse überprüfen und – falls notwendig – entsprechend anpassen. Dies schließt auch die Geschäftsregeln in den Fachabteilungen ein, die bisher häufig eher als Nebensache der IT-Abteilung gesehen wurden.

Durch den Einsatz von BRMS lassen sich Software-orientierte Architekturen (SOA) optimal an die zentralen Geschäftsprozesse anpassen – und zwar ohne größere Reibungsverluste zwischen Management und IT-Abteilung.

Chance zur Modernisierung der IT
»Nicht nur die Unternehmen der Finanzindustrie, auch andere Branchen spüren die Auswirkungen der globalen Finanzkrise«, erklärt Thorsten Ripper, Country Manager bei Ilog, einer IBM-Tochter. »Viele der Betroffenen haben ihre internen Audits bereits abgeschlossen. Die Mehrheit der Unternehmen wird sich allerdings auch 2009 damit beschäftigen, kontraproduktive Aspekte zu identifizieren. Eine Überprüfung der Geschäftsregeln kann helfen, etwaige Fehler aufzudecken, die Planung zu optimieren und Unsicherheiten zu reduzieren.«

Thorsten Ripper sieht in der Finanzkrise die Chance für Unternehmen, ihre IT zu modernisieren. Ein wichtiger strategischer Schachzug sei dabei die Überprüfung der Geschäftsregeln, die hinter den Systemen liegen, denn diese würden oft die Agilität und Leistungsfähigkeit des gesamten Unternehmens beeinflussen.

Die Architektur von Ilog JRules basiert auf vier Bestandteilen: Rule Studio, Rule Scenario Manager, Rule Team Server und Rule Execution Server

Der zunehmende Einsatz von serviceorientierten Architekturen (SOA) fördere diese Entwicklung: »Entsprechende Lösungen verfügen über moderne, meist intuitive Oberflächen. Dadurch können auch Anwender aus den Fachabteilungen die Entscheidungsregeln leicht analysieren und anpassen. Bislang waren für die Wartung und Weiterentwicklung von Business Rules aufwändige Programmierarbeiten notwendig. Heute ist es bereits möglich, dass Spezialisten die Verantwortung für die Geschäftsregeln übernehmen, sie modellieren und warten. Die IT-Abteilung behält dabei die technische Oberhoheit.«

Business Rules Management im Fokus von IBM & Co.
Die zunehmende Bedeutung von Business-Rules-Management-Systemen spiegelt sich auch in den strategischen Übernahmen einiger großen Softwareanbieter wider, die ihr Portfolio um Lösungen für das Geschäftsregelmanagement erweitern. So hat IBM die Mitte 2008 eingeleitete Übernahme des französischen BRMS-Spezialisten Ilog vor wenigen Tagen abgeschlossen.

IDC-Analyst Rüdiger Spies sieht darin einen klaren Vorteil für IBM. So werde Hauptrivale SAP einmal mehr abhängig von IBM, vor allem, weil es praktisch keine Alternative zu den BRM-Produkten von Ilog gäbe. Großen Stellenwert nimmt BRM offenbar auch für die Bosch-Gruppe ein: Kern des neuen Bosch Software- und Systemhaus bildet die im September 2008 übernommene Innovations Softwaretechnologie, die auf Business Rules Management spezialisiert ist.
(Stefan Girschner/mt)

Weblinks
ILOG
Innovations Software Technology
IDC