E-Plus testet Breitband-Internet über Rundfunkfrequenzen

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Um auch ländliche Gebiete mit Breitband-Internet zu versorgen, erprobt E-Plus derzeit in Mecklenburg-Vorpommern den HSDPA-Internet-Zugang über Rundfunkfrequenzen.

Durch Digital-Radio und Digital-Fernsehen sind in Deutschland einige Rundfunkfrequenzen freigeworden, die nun für andere Dienste zur Verfügung stehen. Vor allem die Versorgung ländlicher Regionen mit Breitband-Internet soll auf diesem Wege vorangetrieben werden. So testet E-Plus derzeit in Zusammenarbeit mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern und dem Mobilfunkausrüster Ericsson den Internet-Zugang via HSDPA über die ehemaligen Rundfunkfrequenzen. Da es sich um bereits vorhandene Technik handele, ginge es nicht um die Machbarkeit, erklärte man bei E-Plus, sondern darum, »das Nutzerverhalten und die notwendige Dimensionierung eines mobilen Breitbandnetzes unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu analysieren.«

In der Gemeinde Grabowhöfe hat man einen Sendemast mit HSDPA-Mobilfunktechnologie ausgerüstet. Im Umkreis von 20 Kilometern können nun 50 ausgewählte Haushalte und Betriebe mit bis zu 7,2 MByte pro Sekunde ins Internet. Die notwendige Hardware bei den Nutzern stellt der Mobilfunker und übernimmt in der Testphase auch die Kosten der Datenübertragung.

Die von E-Plus genutzten Frequenzen hatte die Bundesnetzagentur freigegeben. Der Pilotversuch soll nun klären, ob sich ein HSDPA-Netz über Rundfunkfrequenzen sinnvoll und wirtschaftlich betreiben lässt und dafür sorgen, dass weitere Frequenzen im Spektrum zwischen 790 und 862 MHz freigegeben werden. Da der Frequenzbereich deutlich niedriger liegt als bei den bisher für UMTS genutzten Frequenzen, ist die Reichweite höher und es können größere Gebiete mit weniger Antennenstandorten abgedeckt werden. (Daniel Dubsky)