Provider kompensieren Umsatzschwund mit fragwürdigen Tricks

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Verbraucherschützen warnend zunehmend vor den Tricks der Telekommunikationsanbieter. Aufgrund fallender Preise für Telefonate und Internetzugänge holten die Provider das Geld an anderer Stelle herein.

Carola Elbrecht, Telekommunikationsexpertin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), sagte der Berliner Zeitung, die mit den günstigen Tarifen verbundenen Einnahmeausfälle würden die Anbieter versuchen zu kompensieren und dabei den ein oder anderen Trick nutzen.

So seien zum Beispiel Sondernummern mit 0137, 0180 oder 0900 von den Flatrates nicht erfasst. Zudem sei die Service-Hotline vieler Anbieter für Kunden nicht umsonst. “Es ist ein Unding, dass Kunden nur dafür zur Kasse gebeten werden, wenn sie ihrem Vertragspartner mitteilen wollen, dass dieser seine Leistung nicht erbringt”, sagte Elbrecht der Zeitung. Sie hält dieses Vorgehen auch juristisch für fragwürdig.

Die Expertin kritisierte außerdem die hohen Kosten für Gespräche vom Fest- ins Mobilfunknetz sowie zur Mailbox. Sie warnte auch vor dem Service, dass der Angerufene automatisch per SMS von seinem Anbieter informiert werde, wenn ihm ein Anruf entgangen sei. Das sei nur kostenlos für den Angerufenen, nicht aber für den Anrufer. Gefährlich sei außerdem, dass der Internetzugang bei vielen Handys schon mit einem unbeabsichtigen Tastendruck aktiviert werde, was zusätzliche Gebühren nach sich zieht. “Hier liegt der Verdacht nahe, dass die Telekommunikations-Anbieter und Handy-Hersteller dies bewusst so eingerichtet haben, damit der Kunde möglichst leicht in die Kostenfalle tritt”, so Elbrecht. (Christian Lanzerath)