Mit Vinyl zurück in die Zukunft

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Digitale Downloads übernehmen alles, CDs gehen den Weg der Schellackplatte? Zumindest die Vinyl-LP kehrt zurück. Während sich CDs immer schlechter verkaufen, verdoppelten sich die Vinyl-Umsätze.

Schon ist die Rede von einer Vinyl-Blase, kein Scherz. Nicht nur audiophile Oldies sehnen sich nach den guten alten Zeiten drehender Plattenteller zurück, vielmehr sorgt ein nachgewachsenes, jüngeres Publikum für den neuen Aufschwung. Im Jahr 2008 wurden in den USA 1,88 Millionen Vinyl-Alben verkauft, mehr als in jedem anderen Jahr, seit Nielsen Soundscan LP-Umsätze verfolgt. Das reicht immerhin bis 1991 zurück, und der bisherige Rekord war 2000 mit 1,5 Millionen LPs zu verzeichnen. 2006 und 2007 lagen sie bei nur noch 858.000 bzw. 999.000.

Mit CDs hingegen ging es in den letzten drei Jahren abwärts von 553,4 Millionen 2006 auf 360,6 Millionen 2008. Die MP3-Umsätze steigerten sich im gleichen Zeitraum von 32,6 Milllionen auf 65,8 Millionen. Vinyl wiederum verdoppelte sich in nur einem Jahr, wenn auch ausgehend von einem weit niedrigeren Niveau. Im Trend liegen demnach digitale Downlaods ebenso wie die Platten mit den Rillen.

Wie Steven Sheldon von Rainbo Records meint, Chef der Firma Rainbo Records, die seit 1955 Vinyl-LPs presst, ist das vor allem neuen Käufern im Alter von 13 bis 24 Jahren zu verdanken, die den ästhetischen Wert von Plattensammlungen für sich entdecken:

“Sie bekamen alles digital, während sie aufwuchsen. Die Spiele waren auf dem Computer oder dem Fernseher. Ihre Musik war in einem Gehäuse. Ich glaube, sie bemerken auch den Unterschied im Sound. Aber ich denke, es löst vor allem ihre Begeisterung aus, dieses Kunstwerk von 30 mal 30 Zentimetern vor sich zu haben, diese Schallplatte in der Hand zu halten.”

(nik)

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