Zweite Chance für Googles Chrome

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Google stellt die Version 1.0 des Browsers Chrome vor. Mit der neuen Version hat Google auch auf die vehemente Kritik der Datenschützer reagiert.

Kein gutes Haar an Google hatten Datenschützer und IT-Experten nach der Veröffentlichung von Chrome Beta im September gelassen. Sicherheitsanbieter wie Sophos warnten davor, den Browser im Unternehmen ohne zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einzusetzen. Und das Bundesamt für Sicherheit kritisierte die Anhäufung von User-Daten bei Google als einzigem Anbieter.

Jetzt hat der Internetriese auf die Kritik von allen Seiten reagiert und eine vollständig überarbeitete Version veröffentlicht. Chrome 1.0 soll gegenüber der Betaversion einen besseren Überblick über die Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre und eine einfachere Bookmark-Verwaltung bieten.

Entwicklungsarbeit geht weiter
»Wir haben das Beta-Label entfernt, weil unsere Stabilitäts- und Leistungsziele erfüllt sind«, erklären Sundar Pichai, Google VP Product Management und Linus Upson, Google Engineering Director. Beide betonen, dass die Entwicklungsarbeit an Chrome weitergehe. So fehlen dem Programm noch einige typische Browser-Features wie das automatische Ausfüllen von Formularen und die RSS-Unterstützung.

Zur Startseite von Google Chrome gelangt man erst über die Eingabe des Begiffs in der »Google-Suche« (Bild: Google)

Und auch das Framework für Browser-Erweiterungen, wie es beispielsweise Mozilla Firefox bietet, muss noch komplettiert werden. Im Übrigen gibt es Chrome bisher nur als Windows-Version.

Google Chrome 1.0 – stabiler und schneller
Zu den häufigsten Fehlern in der Betaphase zählten laut Google Probleme mit Audio- und insbesondere Video-Plug-ins. Diese seien nun behoben, zudem seien die Stabilität und Geschwindigkeit des Programms verbessert worden. Bei den Bookmarks wurde nicht nur die Verwaltung, sondern auch der Import aus anderen Browsern als Funktion integriert.

Alle Einstellungen zur Privatsphäre wurden in einem eigenen Dialog zusammengefasst. Für Chrome wurde jetzt ein Sandbox-Modell als zusätzliche Schutzschicht gegen Schadsoftware sowie integrierten Phishing- und Malwareschutz verwendet.

Internet Explorer und Mozilla Firefox sind Marktführer
Weltweit führend bei den Browser-Programmen ist laut dem Markforschungsinstitut Net Applications Microsofts Internet Explorer mit einem Anteil von rund 71 Prozent. An zweiter Stelle kommt Firefox mit rund 20 Prozent, gefolgt von Safari mit 6,5 Prozent.

Google Chrome liegt derzeit noch auf dem vierten Platz mit einem Marktanteil von 0,74 Prozent. Obwohl Google Interesse an einer verstärkten Vermarktung von Chrome haben müsste, sucht man derzeit vergebens – im Gegensatz zum Betastart von Chrome – auf der Google-Startseite nach einem Hinweis auf die neue Version 1.0.
(Stefan Girschner/mt)

Weblinks
Google Chrome
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Net Applications
Sophos

Bericht auf PC Professionell über Chrome