IT-Branche & Intel: Opfer des Analysten-Pessimismus?

Netzwerke

Die Wirtschaftspolitiker können machen was sie wollen: Zinsen auf Null senken, billionenschwere Rettungspakete schnüren, doch die Marktanalysten werden immer pessimistischer.

Die Zunft der Branchenbeobachter stuft derzeit fast alles herunter, was an den Börsen gelistet wird. Insbesondere den IT- und Technologiesektor trifft es in den letzten Tagen hart. Der Grund lautet stets Furcht vor einem Nachfrageeinbruch wegen der Wirtschaftskrise. Nur die schlechte Gegenwart scheint zu zählen, die positive Weichenstellung wird schlichtweg ignoriert. Gestern geriet unter anderem wieder Intel ins Kreuzfeuer der Analysten.

Der Broker Friedman Billings Ramsey kürzt seine Gewinnschätzungen für den Chipgiganten. Der schon typische Grund: rezessionsbedingt einbrechende PC-Nachfrage. Im laufenden Quartal sinke der Umsatz des Halbleiterriesen um 15 Prozent gegenüber dem Vorquartal, im kommenden Quartal sei mit einem weiteren Minus von 10 Prozent zu rechnen, behauptet Friedman Billings.

Adam Benjamin vom Broker Jefferies & Co. empfiehlt, als Investor bis Februar (chinesischer Jahreswechsel) den gesamten IT-Sektor zu vermeiden. Craig Berger von Friedman, Billings, Ramsey & Co. ist in Sachen Intel ebenfalls negativ eingestellt und verweist auf die bevorstehende Entlassungswelle.
»Wir wissen alle, das erste Quartal 2009 wird ganz schrecklich«, warnt Benjamin seine Kundenund erinnert daran, dass die IT-Zulieferer ein Austrocknen der Bestellungen melden. Die Zurückhaltung werde bis ins Frühjahr reichen. (Ralf Müller)

MarketWatch

BoerseGo