Infineon lässt Qimonda hängen

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Sachsen ist zwar bereit, den Chiphersteller Qimonda zu retten – aber nur, wenn sich die Konzernmutter Infineon beteiligt. Doch die will nicht.

Seit Ende November bemühen sich Infineon und Qimonda um Staatshilfen für den angeschlagenen Chiphersteller. Wie die Financial Times Deutschland berichtet, ist das Land Sachsen durchaus bereit, diesen zu retten – hat aber zur Bedingung gemacht, dass Infineon ebenfalls seine Kassen öffnet und sich am Rettungspaket beteiligt. Der Deal: Der Freistaat gewährt ein Darlehen über 150 Millionen Euro, wenn Infineon dieselbe Summe zuschießt. Doch der Halbleiterhersteller will nicht. »Diese Forderung übersteigt bei weitem die Möglichkeiten, wie sie Infineon in den Verhandlungen mit dem Freistaat frühzeitig und deutlich zum Ausdruck gebracht hat«, heißt es von Seiten des Unternehmens.

Wie es weitergeht, ist nun erst einmal offen. Im sächsischen Wirtschaftsministerium glaubt man, dass Infineon noch einlenken könnte. Dennoch ist man im Freistaat vom Halbleiterhersteller enttäuscht. Ein Sprecher von Ministerpräsident Stanislaw Tillich erklärte: »Wer aus Steuergeldern unternehmerische Hilfe erwartet, muss einen eigenen substantiellen und nachhaltigen Beitrag leisten.« Der Vorschlag der Landesregierung sei konstruktiv gewesen und von den Märkten gut angenommen worden.

Der Qimonda-Kurs legte bis zu 50 Prozent zu – fiel aber nach der Infineon-Absage wieder auf das Vortagsniveau. (Daniel Dubsky)