Wirtschaftskrise: So sparen Unternehmen legal bei Software

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Angesichts der Turbulenzen im Markt muss manche Firma im kommenden Jahr den Gürtel enger schnallen. IT-Rechtsanwalt Andrew Katz erinnert daran, welche gängigen legalen Methoden jedem offen stehen.

Berater Katz will den Unternehmen helfen, in ihrer IT-Infrastruktur Geld zu sparen, ohne dabei vom rechten Weg abzukommen, also Raubkopien oder unregistrierte Lizenzen zu nutzen. Der Jurist erinnert als erstes an die EU-Software-Direktive aus dem Jahr 1991. Sie erlaube ausdrücklich den Unternehmen, einstmals gekaufte und nicht (mehr) benötigte Software-Lizenzen auf dem Zweitmarkt zu veräußern. So könnten die einen in der Krise ihre vergessenen Werte reaktivieren, während andere sich mit gebrauchten Lizenzen (die Software nutzt ja nicht ab) auf ihrer meist auch nicht brandneuen Infrastruktur günstig den Bedarf decken können. Dabei sollten sich die Unternehmen nicht von dem abschreckenden Verhalten von Software-Häusern wie Microsoft, Oracle oder SAP beirren lassen, denn legal erworbene Lizenzen aus zweiter Hand dürfen voll eingesetzt werden.

Die zweite Möglichkeit, an Sparprogramme heranzukommen, liegt eigentlich klar auf der Hand: Open Source Software wie etwa Suns Open Office binden kein oder nur sehr wenig Kapital und erlauben eine Produktivität, die nahe an das Niveau der teuren Markenpakete herankommt. Vorteil: Bei Freeware und Open Source sind Kopien für neue Rechner kein Thema, die Skalierung wird so zum Vergnügen. Das Lizenzmanagement fällt weitgehend weg.

Dann gibt es im Unternehmen meistens etliche Lizenzen, die gar nicht wirklich genutzt werden oder in Schubladen verstauben. Ein Tool von Vector Networks hilft, die Lizenznutzung im Griff zu behalten und Sparpotential aufzudecken, zum Beispiel unentdeckte Klauseln für Zweitinstallationen

Was ohnehin schon viele deutsche Firmen in der Praxis tun: Niemals die neueste Software nutzen, sondern lieber ältere ausgereifte Vorgänger, die sich auch mit weniger Ressourcen zufrieden geben. Vor allem gibt es sie zu Discountpreisen oder eben aus zweiter Hand. Als Paradebeispiel nennt Katz Office 97 und Office 2003 im Vergleich zum oft gescholtenen Office 2007, das ja eher als Rückschritt gesehen wird. Der Berater schwört auch auf Adobe Acrobat Version 5 aus dem Jahr 2001. Neuer sei nicht wirklich besser, sondern koste mehr Ressourcen, besitze unnötige Funktionalitäten und viele frische Fehler. (Ralf Müller)