Wirtschaftskrise erzeugt neues Sicherheitsproblem

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Massenentlassungen durch die Krise veranlassen verärgerte Mitarbeiter, Firmendaten zu stehlen, aggressiv gegenüber Kollegen oder Chefs zu agieren. Das reiche sogar bis hin zu Zerstörungswut und Amoklauf.

Da immer mehr Jobs wackeln und der Stresslevel in vielen Unternehmen kräftig steigt, erhöht sich das Potential für unangenehme Folgen. Während in Amerika sogar schon extreme Amokläufe zu beobachten sind (gerade wurde ein CEO in Vancouver auf der Firmenweihnachtsfeier erschossen), gibt es in Europa in manchen Ländern Demos und Unruhen sowie in den Firmen Handgreiflichkeiten, Raubzüge, Racheakte und Mobbing. Das belegen die jüngsten Statistiken der Arbeitspsychologen.

»Allein im Dezember hat die Zahl der Fälle so stark zugenommen wie in den vergangenen sieben Jahren nicht«, unterstreicht Jens Hoffmann vom Institut Psychologie & Sicherheit den Ernst der Lage. Am häufigsten trete neben dem Datendiebstahl zur Vorbereitung auf den möglichen Jobverlust sogar schon die physische Gewalt oder zumindest deren Androhung auf. Das gelte zwischen Untergebenen und Chef, unter den Kollegen wie auch zwischen Mitarbeiter und Kunden.

Laut Hoffmann fehle es den Unternehmen meist an einem Bedrohungs-Management-Team, welches ein offenes Ohr für die Mitarbeiter haben sollte und im Falle von Warnsignalen proaktiv für Entspannung sorgen könnte. Eine Studie der Technischen Universität Darmstadt untersucht gerade Warnhinweise, paranoide und querulantorische Persönlichkeitszüge, psychische Labilität, Gewaltandrohungen und Tatankündigungen. (Ralf Müller)

Institut Psychologie & Sicherheit

Technische Universität Darmstadt

AP

F.A.Z.

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Wirtschaftsblatt