McCain-Kampagne verkauft ihre Blackberrys (mit Daten)

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Sie verloren die US-Präsidentschaftswahl nicht zuletzt, weil sie mit neumodischen Sachen wie PC und Internet nicht umgehen konnten. Beim Ausverkauf der technischen Ausstattung bewiesen sie erneut den Computer-Analphabetismus, den Bewerber McCain hatte eingestehen müssen.

Um noch ein paar Dollars zu retten nach dem vergeblichen, aber teuren Anlauf auf das Weiße Haus, verkauften sie unter der Überschrift “gone out of business” alles, was noch übrig war. Nein, nicht die Kleidersammlung von Vize-Präsidentschaftskandidatin und Webvideo-Superstar Sarah Palin aus teuersten Designerläden, die sie sich auf Kosten der Republikanischen Partei zulegte.

Zu Ramschpreisen aber gingen Büromöbel, Notebooks und Mobiltelefone über den Tisch. Zum Verkauf kamen zum Beispiel Notebooks zu Preisen von 400 bis 600 $ mit nicht eben genialen Passwörtern wie “WARROOM08”. Zur heißen Ware gehörten auch Smartphones der Marke Blackberry, mit denen sich McCain schmückte, obwohl er selbst nicht einmal E-Mails versandte. Ausgerechnet ein Reporter von Fox News bekam zwei Blackberrys zum Schleuderpreis von schlappen 20 Dollar. Dafür bekam er (“alles muss raus”) auch noch die volle Datenfüllung mitgeliefert. Während sie die Notebooks erst nach Datenlöschung übergeben wollten, machten sich McCains Leute bei den Blackberrys nicht die Mühe, vor dem Verkauf die sensiblen Daten zu löschen.

Der Reporter stolperte über die Kontaktdetails von Lobbyisten, Spendern für die Kampagne und wichtigen Beratern. Mehr als 50 VIP-Nummern (wie etwa die Mobilfunknummer eines früheren Gouverneurs von Virginia), Hunderte von E-Mails und mehr. Ein Betroffener, dessen Informationen auf diese Weise enthüllt wurden:

“Sie hätten dieses Zeug löschen müssen. So wie sie die Wahlkampagne geführt haben, ist das allerdings auch keine Überraschung mehr.”

(nik)

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