Schnapsidee? Andy Grove sieht Intel in der Autoindustrie

Allgemein

Gestern scheiterte der Rettungsplan für Detroit, GM-Aktien stürzten ins Bodenlose. Da tänzelt Lichtgestalt Grove, Ex-Intel-Primus, auf die Weltbühne und schlägt dem Konzern vor, einmal kräftig (falsch?) abzubiegen.

Zugegeben, Andy Grove machte Intel als Vorstandsvorsitzender fett und reich, allerdings in einer Schönwetterphase. Nun ziehen dunkle Wolken am Horizont auf und Frührentner Grove empfiehlt laut Wall Street Journal dem derzeitigen CEO Paul Otellini, doch Zulieferer für die Auto-Industrie zu werden. Ob Andy in einem Rentnerparadies ohne Fernsehempfang abhängt?  Gut, auf dem Papier ist er noch Berater von Intel, doch ob es ein guter Rat wäre, sich den sterbenden drei Detroit-Giganten an den Hals zu werfen? Klar, die hätten gerade Bedarf für energiesparende Halbleiter und ausgefuchste Batterie-Technologie für ihre neuen Elektrokarren. Die Frage lautet nur: Werden im nächsten Jahr die offenen Lieferantenrechnungen überhaupt noch bedient?
Intel hat natürlich den Ruf, des öfteren mit abstrusen und verrückten Ideen zu flirten und sie manchmal sogar als Produkt entstehen zu lassen. Auch besitzt der Investmentzweig Intel Capital längst Anteile an Akku- und Batterie-Entwicklern bzw. Herstellern. Doch der Konzern war in der Vergangenheit auch in der Lage, sich aus Sackgassen wieder zu befreien (MP3-Player, Camino, Itanium). Zumal Otellini keine Verpflichtung hat, auf Grove hören zu müssen. Und das wäre nicht nur höchst riskant beim derzeitigen miserablen Zustand der US-Autobauer, sondern würde eine Menge Geld kosten, bevor ein konkurrenzfähiges Produkt überhaupt in Serie gehen könnte. Ob die Welt dann noch Elektrofahrzeuge möchte, bleibt ebenfalls fraglich. (rm)

IT Examiner