Neue Xbox 360 “Jasper” zerlegt

Allgemein

Die erneuerte Xbox-Plattform mit dem Codenamen Jasper kommt in Umlauf. Die Grobiane von Anandtech nahmen sie auseinander und wollten wissen, was sich im Gehäuse getan hat.

Die GPU wurde geschrumpft von 90 nm auf 65 nm und benötigt damit nur noch rund 77 Prozent der alten Die-Fläche. Zugleich gelangten als neue Zutat 256 MB NAND-Flash in die Xbox. Die äußerlich kaum zu ahnenden Veränderungen verringern den Strombedarf weiter, die Reduktion fällt jedoch weit geringer aus als bei der Umstellung von Xenon auf Falcon. Bei ausgeschaltetem System verbraucht Jasper 2 Watt, während die Plattform-Revisionen Xenon noch 2,3 und Falcon 2,8 Watt verbrauchten. Der Idle-Verbrauch (Xenon 155,7 W, Falcon 101,4 W) verringerte sich weiter auf 93,7 W. Ähnliche Relationen brachten die Messungen von Halo 3, Rockband 2, Gears of War 2 sowie Bioshock Demo. So beanspruchte etwa Gears of War 2 (Xenon 177,1, Falcon 121,5 W) mit Jasper 105,9 W.

Die Wärmeabgabe ging ebenfalls noch ein wenig zurück, geblieben allerdings ist die Xbox-typische Kracherzeugung. Die grundsätzliche Frage, ob Jasper endlich die auch bei der Falcon-Plattform noch immer extrem hohe Zahl von Ausfällen der Spielekonsolen (Red Ring of Death) zu beheben vermag, kann allerdings erst die Erfahrung im Dauereinsatz zeigen. Microsoft gibt das RRoD-Desaster zwar inzwischen zu, weigert sich aber noch immer, die Ursache zu benennen.

Anandtech vermutet inzwischen ein ähnliches Problem mit problematischen Materialverbindungen und überwiegend bleihaltigen / eutektischen Bumps, wie es unser Charlie Demerjian bei der Nvidia-GPU im aktuellen Macbook Pro aufgedeckt hat:

“Das würde auch bedeuten, dass Microsoft auf eutektische Bumps umstellen müsste, ähnlich wie es ATI schon 2005 tat, wofür aber auch wesentliche Veränderungen an der GPU erforderlich wären.”

(nik)

Anandtech

INQ: Die wahre Geschichte der Xbox-360-Ausfälle