Die Linux Defenders kämpfen gegen Patent-Haie

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Um teure, schwierige und störende Patent-Streitigkeiten zu vermeiden, haben etliche Unternehmen eine defensive Strategie eingeschlagen und lassen fast alles eintragen, was die Entwicklungsabteilung hervorbringt.

Viele Softwarehäuser haben mit ihren Patenten nicht vor, damit andere Erfinder zu verfolgen, sondern sehen es eher als Schutzmaßnahme, um nicht dauernd von Patentrittern verklagt zu werden. Diese Entwicklung steht natürlich dem Open-Source-Gedanken im Weg. Der Community fehlte bislang auch eine Dachorganisation, die sich dem Thema Patentschutz auf einer übergeordneten Ebene annehmen würde. Bislang, denn gestern bildete sich offiziell eine Gruppe, die sich darum kümmern will, die Open-Source-Projekte ihrer Mitglieder vor Patentstreitigkeiten zu bewahren.

Die Interessensvereinigung nennt sich Linux Defenders. Sie erläutert im Web, wie das Patentsystem und -anmeldeverfahren in der Praxis funktioniert und dirigiert die Mitglieder danach direkt zur Peer-to-Patent-Site. Via RSS-Feed lasse sich verfolgen, wenn andere Projekte ähnliche Themen patentieren wollen wie man selbst. Die in der Community vorhandenen Eintragungen sollen ebenfalls mit der Zeit einsehbar sein. Per defensiver Publikation könne man andere Entwickler über eigene Erfindungen und Arbeiten informieren, bevor man selbst überhaupt den Status der Patentanmeldung erreicht. So lassen sich womöglich doppelte Entwicklungen vermeiden oder gar die Kräfte bündeln.

Gesponsert werden die Linux Defenders im wesentlichen von der Linux Foundation, zu der bekanntlich auch IBM, HP und Intel gehören. Außerdem ist das Software Freedom Law Center beteiligt, das freie Rechtsberatung in der Open-Source-Gemeinde offeriert. (Ralf Müller)