Bitkom: Deutsche ITK-Branche bleibt verschont

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Die Wirtschaftskrise werde im kommenden Jahr unseren nationalen Hightech-Markt nur schrammen, glaubt der IT-Verband. Zu optimistisch?

Die grassierende Wirtschaftskrise werde zwar die einzelnen Marktsegmente unterschiedlich belasten, doch in der Summe erwartet Bitkom für 2009 ziemlich genau 144,6 Milliarden Euro Umsatz mit Informationstechnik, Telekommunikation und digitaler Unterhaltungselektronik. Das läge auf dem Niveau von diesem Jahr und wäre damit eine klassische Stagnation, also eine Aussicht, von der andere Wirtschaftszweige momentan nur träumen können. Dennoch erwartet Verbandspräsident Prof. August-Wilhelm Scheer in einigen Bereichen Einbußen: Während die IT-Nachfrage weiter wachse, dürften die Märkte für Telekommunikation und Unterhaltungselektronik ein paar Nackenschläge einstecken.
Scheer gab heute auch noch eine aktuelle Umfrage zum Besten. Demnach wollen immerhin 39 Prozent der ITK-Firmen trotz der Krise zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, ein Drittel will die Zahl der Beschäftigten zumindest stabil halten und nur 28 Prozent der Befragten planen einen Stellenabbau. Letzteres könne noch abgemildert werden, wenn die Bundesregierung ihre überfälligen Investitionen in die öffentliche Hightech-Infrastruktur endlich tätigen und forschende Unternehmen steuerlich entlasten würde, lautet die Verbandsforderung gen Berlin.
Bitkom beziffert den Investitionsstau in den Verwaltungen, im Gesundheitssystem und im Bildungswesen auf rund 8 Milliarden Euro. “Das wäre viel Geld auf einmal, würde aber in einigen Jahren durch Effizienzgewinne an den Staat zurückfließen”, argumentiert Professor Scheer. Das würde allerdings voraussetzen, dass sich der Staat erstmals für geringere Verwaltungskosten, besseren Bürgerservice und weniger Bürokratieaufwand (auch für die Wirtschaft) interessieren würde. Eben. Da das so wahrscheinlich ist wie ein schuldenfreier Staat oder echte Reformen, dürfte der Ausblick von Bitkom doch eher zu optimistisch ausfallen. (rm)

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