SMS-Slang: Schnell getippt, langsam gelesen

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Die verstümmelten Worte, die viele Handy-Nutzer in SMS verwenden, sind zwar schnell getippt, kosten den Empfänger beim Lesen aber mehr Zeit als korrekte Rechtschreibung und Grammatik.

Abkürzungen und Vereinfachungen sind in SMS weit verbreitet, tippen sich verstümmelte Worte und Sätze doch deutlich schneller als korrektes Deutsch oder Englisch. Für den Empfänger gibt es aber keine Zeitersparnis – im Gegenteil: um die wenigen Zeilen zu lesen und zu verstehen, braucht er mehr Zeit, als wenn diese korrekt ausformuliert wären. Das haben Forscher der University of Tasmania jetzt in einer kleinen Studie nachgewiesen. Man sei eben daran gewöhnt, komplette Worte und Sätze zu lesen und hätte daher Mühe die Kürzel zu entziffern, fasst Nenagh Kemp zusammen, die die Studie durchgeführt hat. Andererseits würde der SMS-Slang aber auch nicht die Rechtschreibung ruinieren, was vielfach befürchtet wird – wenigstens nicht bei Erwachsenen. Und wer in Grammatik fit sei, täte sich oft leichter,die Wortbruchstücke zu entschlüsseln, so Kemp. (Daniel Dubsky)