US-Hersteller dominieren Europa

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Rekordverdächtige 56 Milliarden Euro erreicht der Umsatz mit Software in Europa 2008. Die Softwarehersteller aus den USA haben ihre Vorherrschaft ausgebaut.

Die Softwareverbände European Software Association, AFDEL, BASDA sowie das Beratungshaus PricewaterhouseCoopers haben jetzt das aktuelle Ranking der 100 führenden Softwareunternehmen in Europa präsentiert. Demnach wird 2008 mit einem Umsatz von rund 56 Milliarden Euro auf dem europäischen Markt gerechnet. Das ist immerhin ein Drittel des Weltmarktes.

Das Ranking zeigt auch die immer noch überwältigende Marktmacht der USA, Die ersten acht Plätze der Rangliste nehmen US-amerikanische Anbieter ein. Durch Akquisitionen konnten sie ihre Position häufig noch stärken, wie die letzten Beispiele Oracle/Hyperion und IBM/Cognos zeigen.

Die Top Ten Software-Hersteller

1. Microsoft
2. IBM
3. SAP
4. Oracle
5. Symantec
6. HP
7. EMC
8. CA
9. SAGE
10. Adobe

Microsoft, IBM, SAP an der Spitze
Die ersten drei Unternehmen Microsoft, IBM und SAP – übrigens auch weltweit die Top 3 – erzielen weltweit Umsätze von rund 55 Milliarden Euro. Das entspicht fast dem Softwareumsatz Europas. Auf den Plätzen vier bis acht folgen Oracle, Symantec, HP, EMCÜberwältigende Marktmacht der USA. Europäische Softwarehersteller haben einen schweren Stand. und CA. Selbst unter den führenden 20 Unternehmen haben noch 75 Prozent ihren Sitz in den Staaten.

Unter den Top 100 sind mit 48 Prozent fast die Hälfte US-amerikanischer Herkunft.

Neben der deutschen SAP hat es nur die britische Sage Software unter die Top Ten geschafft. In einem rein europäischen Firmen-Ranking tauchen noch andere Anbieter auf wie Dasault Systemès, Logica, Software AG oder Symbian.

Überwältigende Marktmacht der USA. Europäische Softwarehersteller haben einen schweren Stand.

Trends auf dem Software-Markt
Der Softwaremarkt wird aktuell von drei Trends geprägt: Konsolidierung, Innovationen und Software-Management. So wird sich der Konsolidierungsprozess insbesondere auf dem europäischen Markt mit einer Vielzahl kleinerer Anbieter fortsetzen. Neue Geschäftsmodelle wie Software-as-a-Service und Online-Services durch Einführung von SOA werden immer wichtiger. Beim Software-Management wird in den kommenden Jahren der Preisdruck zunehmen, Themen wie Offshore zur Kostensenkung werden weiterhin wichtig bleiben.

Was sagt PricewaterhouseCoopers?
Pierre Marty, European Software Leader bei PricewaterhouseCoopers, fällt zur kritischen Lage der Software-Hersteller nur dies ein: »Dies sind anspruchsvolle Zeiten für die europäische Softwareindustrie. Firmen, die die durch technische Änderungen entstehenden Chancen nutzen, die innovativ und beweglich bleiben, werden stärker aus der Marktneugestaltung hervorgehen.«
Schön wäre es, wenn die Befolgung dieser Binsenweisheit tatsächlich zum Erfolg führt.
(Stefan Girschner/mt)

Weblinks
EuroSoftware100 Index
European Software Association
L’Association Française des Editeurs de Logiciels (AFDEL)
Business Application Software Developers Association (BASDA)
PricewaterhouseCoopers (PWC)