US-General: Niemand verteidigt das Internet

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Wer schützt das weltweite Netz? Klar, niemand. Wer verteidigt die US-Infrastruktur? Oops, auch niemand. Die Warnung kommt vom obersten Cyberkrieger.

Angriff und Verteidigung in der Online-Wekt (Cyber Warfare) obliegt in Amerika dem strategischen Kommando (STRATCOM). Deren Kommandant heißt General Kevin Chilton. Per Interview erinnert er seine Landsleute, dass die Militärs nicht in der Lage seien, das freie Internet zu verteidigen und im Ernstfall zu retten. Letztlich gebe es nur ein paar Gruppen wie die “Internet Engineering Task Force” oder die “North American Network Operators Group”, die unkoordiniert agieren und alles andere als eine feste Verteidigungslinie bilden, merkt der Militär an. Andere Communities kauern hinter ihrer Firewall und hoffen, nicht getroffen zu werden. Das US-Militär selber sei mehr auf Cyber-Angriff programmiert und kümmere sich ansonsten darum, Online-Spionage abzuwehren und das eigene .mil-Netzwerk zu verteidigen. Der wirtschaftlich bedeutende Rest des Internets darf nicht mit soldatischem Beistand rechnen.
Dabei zeigen die jüngsten Ereignisse, dass dieses Thema nicht ohne ist: Da waren die russischen DoS-Attacken auf Estland in 2007, auf Georgien letzten Sommer und auf manche US-Sites vor ein paar Wochen. China hat bekanntliche enorme Cybertruppen in Stellung gebracht, die schon so manche Massenattacke auf Websites ritten und intensiv Online-Spionage in Taiwan betreiben. Das chinesische Militär postulierte längst öffentlich das Ziel, den Informationskrieg bis zur Mitte des Jahrhunderts gewinnen zu wollen. Israel und Rumänien sollen ebenfalls Cyberkrieger ausbilden. (rm)

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