Extrem: Musikindustrie verlangt 1 Million für 7 Songs

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Im Verfahren gegen einen 24-jährigen Studenten, der außergerichtlich keine 12.000 Dollar Strafe zahlen konnte, fordert der US-Musikverband nun 1 Million Dollar Schadensersatz.

Die Kritik im US-Blätterwald und im Internet brandete hoch, denn die Kommentatoren werfen der Recording Industry Association of America (RIAA) vor allem Realitätsverlust vor, wenn sie von Joel Tenenbaum, einem Studenten ohne nennenswertem Einkommen, die Rekordsumme von umgerechnet fast 800.000 Euro verlangen. Sein “Verbrechen”: Er hat 2004 über die Filsharing-Plattform Kazaa nachgewiesene sieben Songs heruntergeladen. Auf seiner Festplatte lagen zudem 816 Titel herum, auf die andere Kazaa-Nutzer theoretisch hätten zugreifen können.

Die RIAA beruft sich auf den “Digital Theft Deterrence and Copyright Damages Improvement Act” aus dem Jahr 1999. Demnach könne bei absichtsvollen Urheberrechtsverletzungen pro Werk ein Schadenersatz von bis zu 150.000 Dollar pro Song verlangt werden. Diese Extremforderung habe vor Gericht nur wenig Aussichten auf Erfolg, kommentierten US-Juristen. (Ralf Müller)