Trend: Grafikkarten als billiger Supercomputer-Ersatz

IT-ManagementIT-ProjekteKomponentenWorkspace

Die GPU-Hersteller preisen seit kurzem ihre besten Grafikprozessoren als Mini-Numbercruncher an. Dass dies nicht nur leere Marketingversprechen sind, beweist jetzt die Technische Universität München.

Der Lehrstuhl für Aerodynamik der TUM setzt aktuelle Grafikprozessoren ein, um anspruchsvolle numerische Strömungssimulationen deutlich zu beschleunigen. Damit habe man de facto eine kostengünstige Alternative zu klassischen Supercomputern gefunden. Schon mit einer Mittelkasse-Grafikkarte konnten Berechnungen mit siebenfacher Geschwindigkeit durchgeführt werden. Den Vorzug geben die Münchner Wissenschaftler mittlerweile aber den neuen Tesla-Karten aus dem Hause Nvidia. In Kombination mit der Programmiersprache CUDA, von Nvidia extra für die freie Programmierung von GPUs entwickelt, habe man an der TUM das Tempo der Berechnungen um den Faktor 40 beschleunigen können.

Eine Strömungssimulation an einem Fahrzeugmodell wird sehr aufwändig, da Millionen von Datenpunkten über eine lange Zeitfolge zu berechnen sind. “Ein teurer Supercomputer braucht für die vollständige Berechnung einer solchen Simulation knapp 60 Stunden”, erklärt Thomas Indinger, Leiter der Automobilaerodynamik an der TUM. Mit dem High Performance Computing auf GPU-Basis (z.B. auch mit AMDs FireStream) lasse sich das schneller und preiswerter erledigen. (Ralf Müller)