MySQL-Gründer: Version 5.1 taugt nur, wenn sie wie MySQL 5.0 genutzt wird

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Michael Widenius, Gründer von MySQL und treibende Kraft bei der Weiterentwicklung des populären Datenbanksystems, hat die Veröffentlichnung der Version 5.1 heftig kritisiert. Diese sei für den Produktiv-Einsatz noch nicht zu gebrauchen.

Der MySQL-Chefentwickler warnt davor, die aktuelle Verison 5.1 einzusetzen, da noch nicht alle kritische Sicherheitslücken beseitigt worden seien. So sollen sich 20 bekannt Bugs in der neuen Version finden, dazu 35 altbekannte schwere Fehler aus der Vorgängerversion. Weitere 180 etwas leichtere Fehler warten ebenfalls auf ihre Bereinigung sowie weitere 300 Fehler, die zwar dokumentiert sind, aber als nicht ganz so dringlich bewertet werden.

Mit dem alten Feature-Set läuft MySQL 5.1 allerdings rund. Wer aber auf die neuen Features setzt, etwa die Partitionierung von Tabellen und Indizes, der sollte vorher ausgiebig testen, empfiehlt Widenius. Der Entwickler hebt einen Fehler besonders heraus, der seiner Ansicht nach die Veröffentlichung von MySQL 5.1 hätte stoppen müssen: Bug #40221 »Replication failure on RBR + UPDATE the primary key«.

Nach Ansicht von Widenius waren die MySQL-Entwicklerteams zu klein, zu zersplittert, zu unsystematisch geleitet und zu unerfahren beim Bug-Fixing. Er schlägt vor, die MySQL-Entwicklergemeinschaft so teilhaben zu lassen, wie in den Drizzle- und PostgreSQL-Communitys. Dort werden regelmässig in kurzen Abständen die neuen Versionen vorgestellt und ausgetestet. Widenius bittet nun um Mitarbeit, damit die Fehler in der Community bugs.mysql.com gesammelt und ausgebessert werden können. (Martin Bobowsky)