Internet-Filter: Nicht mal Kinderschutzgruppen wollen’s

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Die Versuche der australischen Regierung, zwangsweise Content-Filter einzuführen, finden nicht einmal mehr bei Gruppen Unterstützung, die sich für den Kinderschutz starkmachen: Das Ganze sei herausgeschmissenes Geld, befinden diese.

Trotz allgemeinen Widerstands sollen zwar zum Weihnachtsfest die Filter im Live-Betrieb getestet werden, aber eigentlich will sie niemand wirklich haben. Schließlich blockieren sie zwar einerseits mit ihrer Allmacht auch Inhalte, die gar nicht gesperrt werden sollten; andererseits lassen sie sich relativ simpel umgehen und erfassen nichts, was in P2P-Netzwerken und Chatrooms geschieht.

Die Kinderschutz-Organisationen plädieren jetzt dafür, das Geld lieber dafür zu verwenden, Heranwachsenden den richtigen Umgang mit dem Web beizubringen. Die tatsächliche Bedrohung für Kinder entstehe im übrigen nicht im Internet, sondern zumeist in der häuslichen Umgebung.

Im Juni hatten erste Testläufe gezeigt, dass die Zwangsfilter nicht nur Content durchließen, der eigentlich gesperrt werden sollte, sondern dass auch harmlose Seiten gesperrt und die Netzgeschwindigkeit um bis zu 87 Prozent gesenkt wurde – aber Hauptsache, man hat was getan als Politiker … [gk]

Sydney Morning Herald