Umkehr? Intel überdenkt den Netbook-Ansatz

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Komisch: Kaum klagte Microsoft über ausbleibende Windows-Umsätze angesichts des vistafreien Netbook-Booms, schon stellt Intel das Konzept der kleinen Billig-Mobilrechner in Frage.

Sind es nun Microsofts Umsatzsorgen oder die Netbook-Absage von Konkurrent Advanced Micro Devices, die Intel zu einer Neubewertung des Netbook-Ansatzes treiben? Es muss auf jeden Fall eine treibende Kraft sein, kann der Halbleiterkonzern doch momentan den Löwenanteil seiner Atom-Prozessoren im selbst geschaffenen Sub-Markt absetzen.

Stu Pann, Verkaufs-Vizepräsident bei Intel, behauptete jedenfalls jüngst in einer Videokonferenz, Intel sehe den Netbook-Erfolg nun mit anderen Augen: “Wir dachten ursprünglich, dass Netbooks in Schwellenländer und bei den Jugendlichen der Renner sein würden. Das passiert auch, doch ein großer Anteil der Geräte wird in Westeuropa und Nordamerika verkauft, an die Stammnutzer von Notebooks”, sorgt sich Pann.

“Die 10-Zoll-Displays sind gut für Zwischendurch. Aber es ist doch nichts, um es rund um die Uhr zu benutzen”, argumentiert der Manager. Mit anderen Worten: Intel betrachtet den Trend, dass Netbooks durchaus auch als Notebook-Ersatz gekauft werden, mit Zahnschmerzen. Ohne aber anzudeuten, wie man sich von dieser Erfolgsfessel wieder lösen wolle.

Ein solches Eigentor will AMD gänzlich vermeiden. Deren Boss Dirk Meyer sagte vor ein paar Wochen: “Wir ignorieren das Phänomen Netbook gänzlich. Wir streben einen Formfaktor oberhalb von diesen Mini-Rechnern an.” Also eher im 13-Zoll-Bereich. Ein Mini-Notebook. Dünn und leicht, aber mit deutlich mehr Performance als ein Netbook. (Ralf Müller)