Greenpeace: Wieder schlechtes Umweltranking für Nintendo

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Der Spielekonsolen-Hersteller hat im Greenpeace-Ranking erneut schlecht abgeschnitten und erreichte nur 0,8 von zehn Punkten.

Neben Nintendo stehen mit Microsoft und Lenovo aber auch zwei andere namhafte Unternehmen beim Umweltschutz nicht allzugut da. Die beiden belegen mit 2,9 beziehungsweise 3,7 Punkten nur den vor- und drittletzten Platz. Den ersten Rang verteidigt Nokia mit 6,9 Punkten. Sony Ericsson und Toshiba liegen mit 5,9 Punkten gleich auf und konnten sich im Vergleich zum letzten Ranking nach oben arbeiten. Samsung (5,9) und Fujitsu Siemens (5,7) konnten ihre gute Einschätzung in etwa halten.

 

Negativ-Liste

Nintendo wird von Greenpeace in den meisten Kriterien sehr negativ eingeschätzt: Der Wii-Erfinder verbannte zwar Phthalate (typische Weichmacher) und führte ein Monitoring-System für Antimon und das giftige Leichtmetall Beryllium ein. Die gewachsenen CO2-Emissionen und ein fehlender Ausstiegsplan zum Vermeiden von PVC führen den Konzern aber zur schlechtesten Wertung im aktuellen Ranking. Daran dürfte man aber schon gewöhnt sein, denn in früheren Rankings belegte man mit null und 0,3 Punkten ebenfalls den letzten Platz.

Microsoft behält den vorletzten Platz: Vor allem den Umgang mit Schadstoffen kreidet Greenpeace dem Software-Hersteller an. Erst gegen 2010 will der Konzern aus Redmond auf PVC, Phatalate und bromierte Flammenschutzmittel verzichten. Positiv aufgenommen wurde dagegen, dass die Energie bei Microsoft zu 24,4 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt.

Lenovo macht die mangelnde Rückführung von Alt-PCs zu schaffen. Zwar hat man für Firmenkunden ein Rückführungsprogramm, aber nicht ausdrücklich für den Heim-Konsumenten. Die geringe Rückführungsquote spiegelt auf keinen Fall die eigentliche Marktposition von verkauften PCs in den Märkten wider. Schlecht bewertet wird auch die CO2-Bilanz, wobei Greenpeace anmerkt dass Lenovo weitgehend im Billigbereich auf Energy Star 4-Geräte verzichtet. Punkte erhält Lenovo jedoch dafür, dass man schon vielfach auf bromierte Flammenschutzmittel und PVC verzichtet. Der chinesische Konzern verzichtet auch auf Weichmacher sowie bedenkliche Gefahrenstofffe wie Antimon und Berillium.

Positiv-Liste

Bei Nokia bemängelt Greenpeace zwar die geringe Rückführungsquote von 3 bis 5 Prozent der Altgeräte. Doch auf der Habenseite vermerken die Umweltschützer jedoch, dass Nokia ein weltweites Rückführungsprogramm für Alt-Handys in 124 Länder eingeführt hat mit etwa 5000 Annahmestellen. Besonders lobenswert ist die Vermeidung von Gefahrenstoffen und der hohe  Anteil von Energie aus erneuerbaren Energiequellen. Zur Zeit beträgt der Anteil circa 25 Prozent und soll bis 2010 sogar auf 50 Prozent erhöht werden.

Sony-Ericsson erkämpfte sich einen guten zweiten Platz: Die Umweltschützer bemerken süffisant, dass der Konzern zwar auf bromierte und flourierte Chemikalien weitgehend verzichtet, aber bromierte Flammenschutzmittel die ansonsten hervorragende Chemikalien-Bilanz verschlechtern. Besonders positiv merkt Greenpeace an, dass die Japaner ein weltweites Rückführungsprogramm eingeführt haben, unabhängig davon, wo die Geräte eingekauft wurden. Seit 2008 werden alle Produkte ohne PVC, Antimon, Beryllium und Phthalate gefertigt. Die gute CO2-Bilanz ist begründet, durch die durchgehende Einführung von Geräten mit dem Energy Star-Label. Nur Geräte mit guten Stromspar-Eigenschaften bekommen dieses Qualitäts-Label. Die Umweltschützer bewerten es positiv, dass Sony-Ericson ein umfassendes Monitoring-System für CO2-Emissionen von Produktion und Transport eingeführt hat.

Toshiba liegt gleichauf mit Sony-Ericson: Hier bemängeln die Umweltschützer die unterdurchschnittliche Rückführ-Quote von Altgeräten und dass nur wenig Zahlen über diesen Bereich vorlagen. Ganz besonders lobenswert war aber die deutliche Reduktion von Treibhausgasen (CO2, Kohlenwasserstoffe, FCKWs). Fortschritte beobachte Greenpeace in der Vermeidung von  bromierten Flammenschutzmitteln, PVC und anderen bedenklichen Chemikalien. Toshiba hat zudem einen festen Zeitplan, um die Weichmacher Phatalate und giftige Chemikalien wie Antimon und Beryllium aus den Produkten endgültig zu bannen. (Martin Bobowsky)