EU-Kartellverfahren: Intel versucht es mit Schmollen

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Das ganze Verfahren ist ungerecht, wir geben keine Akten heraus, sondern wollen erst alle von AMD sehen. Was?

Das laufende Kartellverfahren der EU gegen Intel wegen mutmasslicher wettbewerbsverzerrender Preisabsprachen und anderer dunkler Machenschaften gerät mehr und mehr zur Kartell-Soap. Nachdem die EU die Vorwürfe AMDs ernst nahm und von Intel die Vorlage von Akten forderte, windet sich der Halbleiter-Marktführer und versucht es mit einem Verhalten, das wir sonst nur, ja, von Microsoft kennen.

Zum einen beklagt Intel, das ganze Verfahren sei ungerecht und die Vorwürfe haltlos, und überhaupt benötige man mehr Zeit, um die gewünschten Akten beizubringen. Zum anderen wollen man sowieso zuerst alle Akten zum Thema aus der Konzernzentrale von AMD sehen. Interessante Strategie.

Ich frage mich nur, ob sich die EU wirklich so leicht übertölpeln lässt, oder ob europäische Gerichte den reichlich durchsichtigen Anträgen Intels folgen wollen. Fakt ist, dass Intel bisher keine Deadlines eingehalten hat und statt dessen erst einmal auf dem Klageweg erreichen will, dass das gesamte Kartellverfahren niedergeschlagen wird und die EU für alle Kosten aufkommt. Sagt mal, Leute, habt iht nicht gesehen, was mit Microsoft passiert ist, die es mit einer ähnlichen Vorgehensweise versucht haben? Und nein, eine halbe Milliarde Euro Strafe sind auch für den führenden Halbleiterproduzenten unseres Planeten keine Peanuts. Na gut, wir werden ja sehen.

Ars Technica