Gartner: Software-Piraterie treibt Markt für Gebraucht-PCs

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Die Nachfrage nach gebrauchten PCs ist größer als das Angebot. Der Markt bietet große Chancen – allerdings auch für Software-Piraten, sagt eine Studie von Gartner.

Fast 200 Millionen PCs wurden 2007 ausgemustert, aber weniger als die Hälfte, nämlich 44 Prozent kommen tatsächlich als Gebraucht-PC wieder zum Einsatz. Das berichtet das Marktforschungsinstitut Gartner. Die Analysten haben den weltweiten Markt für Gebraucht-PCs unter die Lupe genommen und kommen zu dem Schluss, dass die Nachfrage nach den Gebrauchten höher ist als das Angebot.

Als »gebraucht« definiert Gartner Computer, die mehr als drei Monate lang bei ihrem Erstbesitzer im Einsatz waren.

Software-Piraterie treibt den Markt
Belebt wird der Markt durch Windows Vista, da es durch seine hohen Hardware-Anforderungen die Anschaffung neuer Rechner erforderlich macht. Viele Firmen oder Privatanwender mustern dann nach dem Umstieg ihre alten Rechner aus.

Aber der wichtigste Motor für den Gebraucht-PC-Markt ist nach Gartner die Software-Piraterie. Die Hardware ist zwar wesentlich günstiger, wenn keine Software installiert ist. Allerdings sind gebrauchte Marken-PCs besonders begehrt, da sie zumeist noch die Lizenz-Sticker des Microsoft-Betriebssystems haben. Dieser bietet einen gewissen Schutz bei Nachprüfungen.

Größere Gewinnmargen als bei Neurechnern
Die Studie zeigt, dass der Second-Hand-Markt auch für seriöse Anbieter noch eine Reihe guter Verdienstchancen bietet. Denn die Gewinnmargen sind teilweise größer als bei Neurechnern. So bringt ein generalüberholter drei Jahre alter Rechner einen Gewinn zwischen zehn und 50 Dollar.

Gebraucht-PCs bringen oft höhere Gewinnmargen als Neurechner. (Bild: Acer)

Allerdings sei der Markt »stark fragmentiert mit Tausenden von Anbietern«, meint Meike Escherich, Analystin bei Gartner. Zudem warnt Escherich, dass immer mehr Regeln, die die Verantwortung des Verkäufers in puncto Produkthaftung und Gewährleistung betonen, den kleineren Anbietern das Leben schwer machen.

Nur jeder fünfte Rechner in Schwellenländer
Die meisten Exporte von Gebraucht-PCs kommen aus den USA, Westeuropa, Japan und Australien. Die Nachfrage wird in den nächsten Jahren vor allem in Regionen wie Osteuropa, Lateinamerika und Asien ansteigen. Hier könnten die Rechner für Aufgaben wie Internet-Surfen oder E-Mails eingesetzt werden, meint Meike Escherich.

Aber anders als man vermuten könnte, geht bislang nur jeder fünfte Rechner in Entwicklungsländer (»developing markets«). Ursache hierfür sind laut Gartner die Einfuhrzölle und hohe Transportkosten.
(Mehmet Toprak)

Weblinks
Gartner
Gartner-Studie zu Gebraucht-PCs