Sieben Stromspar-Tipps für Unternehmen

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Ben Grimes, CTO bei

Avocent, erklärt, wie Unternehmen den Energieverbrauch im Rechenzentrum kontrollieren und somit Geld sparen.

Steigende Energiekosten haben die Anforderungen vieler IT-Abteilungen und Rechenzentren dramatisch verändert. Unternehmen müssen schon bei der Anschaffung neuer Lösungen die erwarteten Energiekosten in die Kalkulation einbeziehen, um die tatsächlichen Kosten der Investition bestimmen zu können. Im schlimmsten Fall können allein die Energiekosten für ein Rechenzentrum bis zu 30 Prozent des gesamten IT-Budgets verschlingen.

Viele IT-Verantwortliche haben den Handlungsbedarf erkannt und suchen nach Lösungen, die mit dem Energieverbrauch verbundenen Kosten zu regulieren. Dann muss nur noch die Unternehmensführung von der Notwendigkeit der Messung des Energieverbrauchs überzeugt werden. Mit den nachfolgenden Argumenten sollte das gelingen.


»Energiekosten können bis zu 30 Prozent des gesamten IT-Budgets verschlingen.«

Tipp 1: Energieverbrauch nach Abteilungen
Die Gebäudeverwaltung sollte den Stromverbrauch den einzelnen Abteilungen zuordnen können. Wenn beispielsweise alle Server der Buchhaltungsabteilung in gemeinsamen Racks installiert werden, kann die Gebäudeverwaltung den auf die Buchhaltungsabteilung entfallenden Anteil an den monatlichen Stromkosten ermitteln und entsprechend abrechnen. Das gleiche gilt natürlich auch für andere Abteilungen des Unternehmens.

Tipp 2: Kapazitäten planen
IT-Abteilungen können dann leichter entscheiden, an welchen Stellen im Rechenzentrum neue Server beziehungsweise Racks installiert werden sollten. Wenn zusätzliche Geräte am falschen Ort installiert werden, führt dies leicht zu Überlastungen und damit zu erheblichen Ausfallzeiten bis hin zu Datenverlusten führen.

Tipp 3: Nebenzeiten nutzen
Verlagern Sie bestimmte Serveraktivitäten in Nebenzeiten mit niedrigeren Energiekosten. Da die IT-Abteilung in der Lage ist, den Stromverbrauch jederzeit zu überwachen, kann sie anhand von Berichten und historischen Vergleichsdaten ermitteln, wie viel Strom in Spitzen- und Nebenzeiten verbraucht wird.

Geht beispielsweise aus einem Bericht hervor, dass der Stromverbrauch eines Racks zu bestimmten Tageszeiten besonders hoch ist, kann es sinnvoll sein, die entsprechenden Aktivitäten in eine Tageszeit zu verlagern, in der die Kosten pro Kilowattstunde niedriger sind.

Durch Verteilung der Serveraktivitäten über den ganzen Tag wird der Stromverbrauch gleichmäßiger und der Kühlbedarf sinkt.

Große Energieversorger bieten Industriekunden niedrigere Tarife für Nebenzeiten an. Darüber hinaus sollte die IT-Abteilung prüfen, ob die Verlagerung entsprechender Aktivitäten auf einen virtualisierten Server sinnvoll sein könnte.

Tipp 4: Grenzwerte festlegen
Die Ermittlung des gesamten Stromverbrauchs des Rechenzentrums sowie die Festlegung eines Grenzwerts verhindert Überschreitungen des Budgets. Wird ein Grenzwert erreicht, dann wird ein Alarm ausgelöst. Dann kann der IT-Manager entscheiden, bestimmte Rechenaktivitäten in Nebenzeiten oder auf virtualisierte Server zu verlagern.

Ein weiterer Vorteil der präventiven Benachrichtigungen: Die IT-Abteilung kann Maßnahmen ergreifen, bevor Probleme auftreten.

Tipp 5: Gleichmäßiger Stromverbrauch
Ein gleichmäßiger Stromverbrauch sorgt auch für eine bessere Effizienz. Durch die Ermittlung von Spitzenzeiten, in denen es zu einer erhöhten Systemaktivität und damit zu einem erhöhten Stromverbrauch kommt, kann die IT-Abteilung Geräte und Aktivitäten gezielt verlagern. So erreicht sie über den Tag hinweg einen gleichmäßigeren Stromverbrauch. Das reduziert auch den Kühlungsbedarf und dementsprechend die Belastung der Kühlsysteme.

Tipp 6: Infrastruktur ermitteln
Die Ermittlung der elektrotechnischen Infrastruktur ist wichtig für Backup- beziehungsweise Disaster-Recovery-Installationen. Bei der Planung von Notfallinstallationen können sich IT-Abteilungen auf reale historische Daten stützen, anstatt Schätzungen vorzunehmen oder die Daten im Typenschild zu Grunde zu legen, was in der Regel zu einer Überdimensionierung und folglich zu Ineffizienzen führt.

»Nur noch die Unternehmensführung muss überzeugt werden« Ben Grimes, CTO und Senior VP of Corporate Strategy bei Avocent

Tipp 7: Virtualisierung nutzen
Wenn Applikationen auf Servern laufen, die wenig genutzt werden und daher wenig Strom verbrauchen, kann eine Virtualisierung sinnvoll sein. Auch im Leerlaufbetrieb zieht ein Server unter Umständern 50 Prozent des Stroms, den er bei vollem Betrieb verbraucht. Deshalb sollten bei Virtualisierungsmaßnahmen zuerst jene Applikationen ins Auge gefasst werden, die auf schlecht ausgelasteten Servern laufen.

Allerdings entstehen durch die Virtualisierung wiederum spezielle Managementprobleme. Management-Software-Lösungen, wie Avocent DSView, ermöglichen, sowohl physische als auch virtuelle Umgebungen über eine einzige Konsole zu verwalten.
Der Autor, Ben Grimes, ist CTO und Senior VP of Corporate Strategy bei Avocent Corporation.
(Übersetzung: Wolfgang Goretzki/mt)

Weblinks
Avocent Homepage
Management-Software DSView 3