Analyse: Blu-ray kommt nicht vom Fleck

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Obwohl der Kampf gegen die HD-DVD zu Gunsten von Blu-ray ausging, blieb der erwartete Durchbruch im Markt aus. Analysten zweifeln immer stärker am baldigen Erfolg.

Wer als IT- oder Medienfirma auf das neue hochauflösende Format gesetzt hat, dürfte sich aktuell über magere Absatzzahlen ärgern. Nach wie vor ist Blu-ray weit davon entfernt, ein Verkaufsschlager zu sein. Selbst die Macher geben die Probleme inzwischen offen zu. Miterfinder Sony erreicht seine BR-Ziele auch dieses Jahr nicht. Und das, obwohl man die Preise kräftig gesenkt hatte. Aber es werden weltweit in 2008 weniger als die erhofften fünf Millionen Blu-ray-Player, bestätigte Konzernchef Howard Stringer.

Zwar rechnen alle Beteiligten in den nächsten Jahren mit steigenden Verkaufszahlen, doch die Kurve wird flach ausfallen. Von den gigantischen Absatzzahlen der herkömmlichen DVD ist Blu-ray noch ganze Ewigkeiten entfernt: Das britische Marktforschungsinstitut Screen Digest schätzt, dass 2008 weltweit mehr als 2,3 Milliarden DVD-Filme verkauft werden. Alle Blu-ray-Scheiben erreichen laut Experten-Prognose höchstens die Marke von gut 50 Millionen Stück.

Die Marktforscher sehen die DVD sogar noch weiter zulegen. Erst ab 2010 könnten sich langsam rückläufige Stückzahlen einstellen. “Blu-ray ist vielleicht das letzte optische Speichermedium”, prognostiziert Philips-Chef Gerard Kleisterlee in der Financial Times. Analyst Richard Cooper von Screen Digest gibt ihm da Recht: “Medien wie Blu-ray sind auf lange Sicht überflüssig.” Die winzigen Speichersticks werden schließlich immer preiswerter bei wachsenden Kapazitäten. (Ralf Müller)

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