Test: Adobe Creative Suite 4 Master Collection
CS4: Komplettpaket für Medienmacher

WorkspaceZubehör

Satte 3500 Euro kostet die Master Collection der Creative Suite 4. PC Professionell hat sich das Komplettpaket angeschaut und sagt, ob sich die Investition lohnt – sind doch immerhin 18 Anwendungen mit hunderten neuer und überarbeiteter Funktionen an Bord.

Crossmedia für Teams und Einzelkämpfer

Kreative und Designer arbeiten längst nicht mehr nur für ein Medium wie Print oder Online, Video oder Audio – Crossmedia ist längst Alltag geworden, schließlich muss, wer mithalten will, alle Kanäle bedienen können. Das heißt nicht, dass jeder Layouter auch Videoprofi, jeder Webanwendungsentwickler auch Grafikexperte sein muss. Aber wenn in den Nachbardisziplinen ein paar Handgriffe zu erledigen sind oder bestimmte Anforderungen an das Projektmaterial gestellt werden, müssen sie damit umgehen können. Zudem hilft es im Team zu wissen, worauf es dem Profi in der benachbarten Abteilung ankommt. Nur wenn die Applikationen und Bedürfnisse bekannt und eingeübt sind, stellt sich ein reibungsloser und zügiger Workflow ein.

Dem trägt die vierte Generation der Creative Suite von Adobe Rechnung. In der Master Collection finden sich 13 professionelle Kreativapplikationen, von denen immerhin acht zurecht als Referenz-Anwendungen bezeichnet werden dürfen:

Photoshop Extended (Bildbearbeitung)
Acrobat 9 Pro (PDF-Environment)
InDesign (Layout)
Illustrator (Zeichnen)
Dreamweaver (Webdesign)
Flash (Animation)
Premiere Pro (Videoschnitt)
After Effects (Videobearbeitung)

Hinzu kommen

Fireworks (Webgrafik)
Contribute (Website-Management und -Collaboration)
Soundbooth (Audioediting)
OnLocation (Videomonitoring)
Encore (DVD-Produktion)

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Um schnell alle Projektdaten aufrufen und verwalten zu können sowie zwischen den Applikationen zu wechseln, ist Bridge mit im Paket. Über Device Central lassen sich Rich Media-Applikationen und sonstige Inhalte für Mobilgeräte wie Handys und Smartphones unter realen Bedingungen testen. Mit Dynamic Link, Version Cue und Adobe Media Player sind drei weitere Tools dabei, die sich um die Verknüpfung von Medieninhalten in Premiere, After Effects, Soundbooth und Encore kümmern (Dynamic Link), die Zusammenarbeit im Kreativteam steuern (Version Cue) und Medieninhalte unabhängig von den nativen Applikationen wiedergeben (Media Player).


Bessere Workflows dank einheitlicher Oberflächen

Die insgesamt 18 Anwendungen, die in der Creative Suite 4 Master Collection gebündelt sind, beinhalten nicht nur jeweils neue Spezialfunktionen und Erweiterungen. Sie stellen sich jetzt auch besser vernetzt und mit erweiterter Interoperabilität dar, was viele Umwege und wiederholte Arbeitsschritte vermeidet. So bleiben Ebenen, Transparenzen und weiterhin editierbare (also non-destruktive) Effekte beim Austausch zwischen verschiedenen Anwendungen erhalten. Ein Projekt, das in Fireworks per Scribble begonnen wurde, lässt sich etwa mit InDesign verfeinern und mit Flash noch weiter ausbauen. Aber auch die Einzelapplikationen eignen sich besser für die Produktion von Inhalten, die über mehrere Kanäle gespielt werden sollen: Bild, Bewegtbild, Print, Online, Mobile und Interactive Media wachsen auch in den einzelnen Programmen noch mehr zusammen. Das sorgt für mehr Flexibilität und Workflows lassen sich freier definieren sowie besser vereinheitlichen, wenn ein Projekt auf mehreren Plattformen zu veröffentlichen ist.

Der Umgang mit den CS4-Tools fällt deutlich leichter, denn sichtbar vorangeschritten ist die Anpassung und Vereinheitlichung der Oberflächen und Bedienlogik – dies war durchaus noch ein Defizit der letzten Version CS3. Anwender, die in einem der Programme fit sind, sollten sich jetzt deutlich schneller in die Bedienung der anderen Tools einfinden können. Die neue GUI-Struktur mit ihren Werkzeugpaletten links, den Optionen oben und den Einstellungspaletten rechts, die sich den jeweiligen Tools und Arbeitsschritten anpassen, hält den Bildschirm immer ordentlich aufgeräumt. Anwender müssen nicht ständig Paletten durch die Gegend schieben. Je nach Produktionsziel helfen vordefinierte, aber weiterhin an eigene Bedürfnisse anpassbare Workspaces, die die Oberfläche auf einen Mausklick hin organisieren, etwa für kreatives Arbeiten, Korrekturen oder Proofs. Auch die Anordnung mehrere Dateien in einem Workspace, entweder per Registerkarten hinter einander oder neben-, übereinander und im Mosaik alle gleichzeitig, mach das Arbeiten flexibler und sorgt für kürzere Wege in komplexen Projekten und für mehr Übersicht.


Kleine Helferlein und Webservice-Integration

Hilfreich sind auch Vereinfachung wie die Smart Guides, automatisch eingeblendete Positionierungshilfen (Koordinaten, Hilfslinien, Ausrichtungshilfen). Diese machen endlich Schluss mit permanent manuell eingerichteten Hilfslinien, die dann wieder aufgeräumt werden müssen, oder komplizierten Ausrichtungs- und Ausmessungsorgien. Die Intelligenz der Smart Guides überzeugt im Praxistest und spart deutlich Zeit. Flexiblere Output-Formate helfen ebenfalls Zeit zu sparen. Indem Arbeiten als PDF-, Flash- oder Projektdateien ausgegeben, verteilt und weiterbearbeitet werden können, fällt der Austausch mit anderen Designern leichter. Zudem sind Kunden schneller Prototypen und Designvorschläge so zu übermitteln, dass Optik und Funktionsweise identisch bei Kunden wie Entwicklern sind.

In die CS4-Applikationen integriert wurden inzwischen auch einige bekannte Webservices von Adobe. Online-Kollaborateure finden jetzt in Connect Now die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Kreativen über das Internet zu arbeiten. Bis zu drei Teilnehmer sind kostenlos und können ihre Bildschirminhalte sowie Kameras und Mikrofone teilen. Den Webspace, um Projektdaten online abzulegen, gibt es beiAcrobat.com. Der Preis dafür ist abhängig vom Umfang des gewünschten Webspeichers. Eine Online-Community findet sich für alle wichtigen CS4-Applikationen, egal ob hier Profis Tipps für den Einstieg oder knifflige Problemlösungen bieten oder sich Anwender unter einander kurzschli
eßen, Ideen und Antworten austauschen. Mit Kuler kommt ein zuvor von den Adobe Labs als Public Beta zur Verfügung gestelltes Tool hinzu, mit dessen Hilfe sich Farbharmonien sehr intuitiv erzeugen, verändern und austauschen lassen.


Photoshop CS4

Photoshop CS4 hilft über die Adjustments-Palette Bildoptimierungen zu beschleunigen. Hier lassen sich schnell umfangreiche Änderungen vornehmen – von einfachen Helligkeits- und Farbjustierungen bis hin zu wilden Effekten. Alle Änderungen erfolgen non-destruktiv, lassen sich jederzeit ergänzen, verändern oder löschen, ohne die anderen Einstellungen des Bildes zu beeinflussen. Das Zwischenspeichern von unterschiedlichen Versionen ist damit endgültig überflüssig. Künstler behalten die volle Gestaltungsfreiheit über das Bild.

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Sollen über das Bild verstreute Elemente erhalten bleiben, obwohl das Format etwa von Panorama auf 4:3 geändert werden muss, sind keine aufwändigen Montagen mehr nötig. Photoshop erstellt ein neu skaliertes Bild, indem es virtuell eine neue Perspektive schafft, die alle vorher ausgewählten Elemente beinhaltet und den weniger wichtigen Hintergrund anpasst. Schneller hat das noch nie funktioniert.

Lassen die Lichtverhältnisse es nicht zu, dass der Fotograf eine gewünscht hohe Schärfentiefe erzielt, kann er jetzt auf mehreren Fotos mit jeweils anderer Schärfentiefe das gesamte Bild schärfer durchzeichnen. Photoshop legt die Einzelbilder übereinander und berechnet ein neues Bild, das eine sichtbar höhere Schärfentiefe aufweist.

Wer 3D-Designs mit Photoshop anlegen und bearbeiten will, braucht zwar immer noch die Extended-Version, aber die Integration der 3D-Features ist in CS4 auch deutlich besser geworden. Ganz einfach lassen sich 2D-Bilder in 3D-Objekte konvertieren und 3D-Objekte direkt bemalen oder texturieren.

Ausführlicher PCpro-Test von Photoshop CS4


Illustrator CS4

In Illustrator können einzelne Teilprojekte wie Logos oder Cover in ein das gesamte Design umfassendes Artboard kombinieren werden. Das hilft Grafikern, weite Wege oder viele gleichzeitig geöffnete Dateien zu vermeiden. Zudem können Vorlagen und spezielle Einstellungen sofort in einer Datei genutzt werden, ohne lästiges Hin- und Herkopieren.

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Die Arbeit mit Farbverläufen wird flexibler und einfacher, indem diese sich direkt im Bildobjekt bearbeiten und justieren lassen. Außerdem unterstützen die Gradienten jetzt auch Transparenzen. Statt diese umständlich über zusätzliche Ebenen umzusetzen, können Anwender jetzt schneller Farben kombinieren und Hintergründe durchscheinen lassen.

Zeichnungen direkter umzusetzen erlaubt das Blob-Brush-Tool. Mit dem speziellen Pinsel zeichnen Grafiker einfach Formen auf die Arbeitsfläche, die automatisch als Vektorobjekt angelegt werden, ohne dass der Zeichner sich mit Pfaden und Ankern herumschlagen muss. Das Zeichnen wird auch dadurch intuitiver, dass man übereinander zeichnen kann und Illustrator dabei immer saubere Vektorobjekte anlegt. Das direkte Bearbeiten und Anpassen von Zeichnungsobjekten kann – ähnlich wie bei Photoshop – mit der Appearances-Palette erfolgen. Für die Farbkontrolle eignet sich die neue Separations-Palette, diese ermöglicht blitzschnelle Farbseparations-Vorschauen.

Ausführlicher PCpro-Test von Illustrator CS4


InDesign CS4

Im Laufe einer Layout-Entwicklung können viele Fehler entstehen, die später zeitaufwändig korrigiert werden müssen, oft zu einem Zeitpunkt, an dem das Design längst in Druck gehen soll. In der Hektik werden Fehler übersehen oder es passieren sogar neue. Indem InDesign CS4 bereits während der Arbeit prüft, ob – basierend auf den Voreinstellungen – Fehler entstehen, schützt das Programm vor hektischen Nacharbeiten. Mit Live-Preflight finden Prüfung und Korrektur in Echtzeit bereits während des Arbeitens statt. Anwendern zeigt InDesign exakt, an welcher Stelle der Fehler entdeckt wurde, und gibt sogar Hinweise, wie dieser zu bereinigen sein könnte.

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Mehrere Versionen eines Layouts, zum Beispiel eine für den Vorstand, eine für Händler, eine für Journalisten oder für verschiedene Sprachregionen, erstellen Anwender jetzt auch, indem sie einfach Textbedingungen definieren. Texte und Objekte mit der Bedingung »englisch« zum Beispiel fließen dann nur in die englische Version.

InDesign CS4 kann selbständig Seiten löschen, wenn mehrere Objekte fehlen und das Projekt kürzer wird. Umgekehrt werden neue Seiten hinzugefügt, sollte beispielsweise die deutsche Ausgabe gegenüber der englischen länger werden. Das ist eine wirkungsvolle Hilfe bei größeren Projekten und sorgt für Zeitersparnis. Noch mehr Zeit sparen lässt sich durch das geschickte Verlinken von Objekten durch so genannte Cross-References. Die so miteinander gekoppelten Elemente lassen sich nämlich mit wenigen Klicks gleichzeitig aktualisieren, wodurch nichts vergessen wird und Änderungen im ganzen Projekt schnell erledigt sind.

Ausführlicher PCpro-Test von InDesign CS4


Fireworks CS4

Dank der Anpassungen von Bedienlogik und Benutzeroberfläche fügt sich Fireworks hervorragend in die CS4 hinein und erfüllt seine Aufgabe als Scribble-Tool für schnelle Pre-Designs und visuelle Prototypen besser als zuvor. Später sind die Fireworks-Designs leicht in Photoshop, Dreamweaver oder InDesign weiter zu bearbeiten, so dass keine Arbeitsstunde verloren geht. Hinzu kommen der Export der Dateien nach HTML und CSS sowie in das PDF-Format, um komplexe Designs auch Kunden zu zeigen, die sonst keine Software besitzen, die eine exakte Darstellung sicherstellt.

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Mit der integrierten Adobe Textengine sind Texte einfacher und flexibler in Fireworks zu bearbeiten. Weitere Hilfe bietet die Textpalette, die schnell die wichtigsten Optionen verfügbar macht. Die ergänzten Styles- und Symbols-Funktionen erlauben schnellere Anpassungen von Designs, indem Aktualisierungen automatisch auf alle gewünschten Elemente übertragen werden. Dass verschiedene Berechnungen sowie Lade- und Speichervorgänge beschleunigt wurden, unterstützt Fireworks als schnelles Tool für Webgrafiken und Prototyping.

Ausführlicher PCpro-Test von Fireworks CS4


Dreamweaver CS4

Der Webdesigner GoLive ist tot, lang lebe Dreamweaver. Die Echtzeitvorschau während der Webdesign-Erstellung macht das umfängliche Tool deutlich handhabbarer, denn die gerade erstellte Webseite lässt sich schnell im Design-Modus sowie im Code rendern. Als neues Rendering-Modul nutzt Dreamweaver jetzt die Engine WebKit.

Für mehr Überblick sorgt auch die Funktion Related Files. Damit werden dem Anwender alle mit einem Projekt beziehungsweise mit einer Webseite assoziierten Dateien angezeigt, von JS bis XML. Klickt man in der Leiste auf eine der Dateien, so lässt sich diese sogleich bearbeiten über den Befehl Edit Source.

Schneller zu sauberem CSS-Code führt die Funktion CSS Best Practices. Über die Palette Properties und den Eintrag CSS zeigt Dreamweaver Styles und Regeln sowie einige Tipps für das markierte CSS-Element an. Aus einer Reihe von Optionen lassen sich schnell neue CSS-Regeln zusammenklicken. Kenntnisse der Cascading Stylesheets seitens des Anwenders macht diese Funktion zwar nicht überflüssig, aber sie kann die Arbeit deutlich erleichtern.

Leichter fällt jetzt auch die Übernahme von PSD-Dateien aus Photoshop in Dreamweaver. Denn diese sind per Drag and Drop kopierbar und werden automatisch zu einem Smart Object, das sich selbständig aktualisiert, sobald die Quelldatei geändert wird.

Für das Erstellen von Webanwendungen mit Dreamweaver ist die AIR Extension for Dreamweaver nachträglich zu installieren. Damit unterstützt Dreamweaver auch Adobe AIR.

Ausführlicher PCpro-Test von Dreamweaver CS4


Premiere Pro CS4

Zusammen mit After Effects, OnLocation, Encore und Soundbooth wird Premiere Pro in der CS4 zum vollwertigen HD-Videoproduktionsstudio, angefangen vom Videomonitoring während der Aufnahme bis zum DVD-Mastering. Wer für mobile Endgeräte Videos präparieren muss, kann deren Wirkung mit Device Central vorab unter beinahe realen Bedingungen testen.

Premiere Pro unterstützt jetzt auch Direct-to-Disc-Systeme und erlaubt das direkte Bearbeiten von Material, das mit Panasonics P2-Kameras (DVCPRO, DVCPRO HD, AVC Intra) oder Sony XDCAM EX und HD-Kameras geschossen wurde. Rewraps und Transcodierungen sind nicht mehr erforderlich. Für die Input-Output-Kontrolle sorgt das Tool OnLocation.

Der Batch-Modus von Adobe Media Encoder erstellt auf Wunsch von einem Quellmaterial gleich mehrere Versionen in verschiedenen Formaten. Die Einstellungen lassen sich aus vorgegebenen Standards wählen oder individuell festlegen. Alle wichtigen Formate werden dabei unterstützt, inklusive FLV und F4V sowie H.264 und MPEG2. Wie Mobilversionen der Videos aussehen, lässt sich mit Device Central und den entsprechenden Handy- und PDA-Emulatoren testen.

Die Integration von video-unterstütztenden Funktionen wurde in der Creative Suite 4 weiter verbessert. Neben den Videofunktionen in Photoshop CS4 können PSD-Dateien inklusive aller Ebenen und Videos übernommen werden, Dynamik Link-Features funktionieren auch mit Encore für das DVD-Mastering und Texte sind zwischen allen CS4-Applikationen mit einfachem Copy and Paste zu übernehmen. Premiere-Nutzer können jetzt Videoclips auch schneller finden, denn bei D2D-Aufnahmen speichert das Tool Metadaten automatisch und aussagekräftige Metadaten lassen sich für jeden Clip und jeden Shot anlegen. Neue Takes können die Metadaten ihrer Vorgänger beziehungsweise Mastershots erben und müssen nicht manuell mit Metadaten versehen werden. Über die Suchfunktion sind die entsprechenden Stellen schnell aufzuspüren. Das hilft in der Postproduction vor allem auch, wenn parallel in Premiere Pro, After Effects und Soundbooth gearbeitet wird. Das Projekt lässt sich dann direkt an Encore übergeben, um zügig zum Beispiel eine BluRay-Disc zu e
rstellen. Das gemasterte Projekt wiederum kann als SWF-Datei an Flash weitergereicht werden, um es damit für die Webnutzung zu optimieren. Workflows rund um Video mit der CS4 gestaltet sich inzwischen ausgesprochen flüssig.

Ausführlicher PCpro-Test von Premiere CS4


After Effects CS4

Über komplexe Videoprojekte behalten Effektspezialisten dank gleich mehrerer neuer Tools in After Effects CS4 den Überblick. Composition Navigator und Mini-Flow Chart zeigen die gesamte Video-Baustelle in schematischer Anzeige und ermöglichen den Wiedereinstieg an der gewünschten Bearbeitungsstelle in einem Teilprojekt. Das Unified Camera-Tool hilft bei der Wahl des richtigen Blickwinkels auf ein Projekt – gerade in komplexen 3D-Szenen ist dies eine echte Unterstützung für den Designer. Denn intuitiv können sich Anwender mit einer 3-Tastenmaus durch den virtuellen Raum bewegen. Indem Zeitleisten und ganze Projekte nach Stichworten durchsuchbar sind, finden sich einzelne Elemente in verschachtelten Videoprojekten jetzt schneller.

Der neue Cartoon-Effekt macht aus Live-Aufnahmen postmoderne Comicstrips in Bewegung. Was nach ein paar Modifikationen durchaus witzig und interessant aussieht, eignet sich allerdings nur für eine begrenzte Anzahl von Videoprojekten, nicht für den Alltag.

Wichtiger sind da schon die 3D-Verbesserungen: X-, Y- und Z-Positionen können jetzt mit einzelnen Keyframes und entsprechenden Einstellungen versehen werden. Kompositionen lassen sich zudem als XFL-Dateien exportieren, um sie direkt an Flash zu übergeben – inklusive bearbeitbarer Texte, Vektoren und Ebenen. In Verbindung mit Device Central passt After Effects die aktuelle Komposition automatisch an das gewünschte Ausgabegerät an – inklusive Codec, Auflösung, Format und Anzeigeeinstellungen.


Flash CS4

Das neue objektorientierte Animationsmodell von Flash CS4 erlaubt Animationen und Tweens direkt am Objekt und setzt nicht mehr zwangsläufig Keyframe-Akrobatik voraus. Somit lassen sich Animationen ohne die Zeitleiste erstellen, einfach indem ein Objekt genommen, verschoben und die Parameter über ein Kontextmenü eingestellt werden: Markieren, Create Motion tween klicken, Objekt verschieben, fertig.

Für professionelle Flash-Designs und Interaktivitäten führt allerdings auch heute kein Weg an Action Script und profunden Kenntnissen von Flash vorbei. Auch wenn sich in Flash CS4 bereits 2D-Objekte einfach durch den dreidimensionalen Raum bewegen lassen, ohne dass der Anwender eine Zeile Action Script schreiben muss. Denn dafür gibt es jetzt die 3D-Transformation Tools.

Schlicht genial sind die neuen IK-Features in Flash CS4. IK steht für Inversion Kinematics, was man frei mit gegenläufigen Bewegungskräften übersetzen könnte. Dahinter verbergen sich die Bewegungen mehrgliedriger Objekte, zum Beispiel von Ketten, Knochen, Roboterarmen und komplexen Scharnieren. Flash CS4 erlaubt, entsprechende grafische Elemente auszuzeichnen, zu verknüpfen und schließlich gemeinsam kontrolliert zu animieren. Damit entfallen jede Menge einzelner Einstellungen, da Flash viele Zwischenschritte selbständig berechnet und die Bewegungsabläufe anpasst. Grundsätzlich lassen sich in Flash CS4 alle Keyframe-Parameter einzeln definieren. Über die Motion Editor-Palette sind präzise Kontrollen auch per Maus möglich. Somit können detaillierte Einstellungen auch direkt über die grafische Oberfläche vorgenommen werden.

Ausführlicher PCpro-Test von Flash CS4


Testergebnis

Die Creative Suite 4 bringt eine Fülle neuer Funktionen und Ergänzungen mit, angefangen von Code-Optimierungen bis hin zur Vereinheitlichung der Oberflächen und der verbesserten Integration der Programme in der Suite. Gelegenheitsanwender werden von den meisten Verbesserungen weniger profitieren, ausgenommen Einstiger, denen vieles leichter gemacht wird. Wirkliche Vorteile bietet die CS4 aber professionellen Anwendern, die täglich mit den Applikationen umgehen müssen. Sie profitieren von kürzeren Mauswegen, einfacheren und schnelleren Workflows sowie besserer Performance – einen leistungsstarken Rechner vorausgesetzt.

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Wer lediglich Print-Designs und einfache Webumsetzungen gestaltet, ist mit der Design Premium-Version gut bedient. Professionelle Onliner setzen auf die Web Premium Collection und Videokünstler kommen an der Production Premium-Box nicht vorbei. Da jedoch der Kreativmarkt heute in der Regel sämtliche Applikationen erfordert, zum Beispiel in einem Selbständigen-Büro oder einer kleinen Agentur, ist die Anschaffung der sich insgesamt am kostengünstigsten darstellenden Master Collection zu erwägen. Diese bringt alles mit, was ein kreativer Mediendesigner heute braucht und ist gegenüber den Einzelpreisen unschlagbar günstig.

Creative Suite 4
Hersteller: Adobe
Internet: www.adobe.de
Preise
Master Collection: 3568,81 Euro (Upgrade für 1188,81 Euro)
Design Standard: 2021,81 Euro (Upgrade für 712,81 Euro)
Desing Premium: 2616,81 Euro (Upgrade für 891,31 Euro)
Web Standard: 1188,81 Euro (Upgrade für 474,81 Euro)
Web Premium: 2259,81 Euro (Upgrade für 772,31 Euro)
Production Premium: 2497,81 Euro (Upgrade für 831,81 Euro)

Note: sehr gut *
Leistung (50 %): sehr gut
Bedienung (30 %): sehr gut
Ausstattung (20 %): sehr gut

* Getestet wurde die Beta-Version der CS4 Master Collection. Die finale Version ist seit einigen Tagen im Handel erhältlich.

Das ist neu
Alle Applikationen in neuer Version
Insgesamt Hunderte neuer oder erweiterter Funktionen
Bessere Ausrichtung auf flexible Multimedia-Outputs
Verbesserung der Integration der Einzelapplikationen
Vereinfachung des Workflows Vereinheitlichung von Oberflächen und Bedienlogik

Systemvoraussetzungen
Die Systemvoraussetzungen sind für die Einzelapplikationen unterschiedlich. Um mit allen Applikationen einwandfrei arbeiten zu können und in der Lage zu sein, HD-Material flüssig nicht nur mit einem Programm bearbeiten zu können, sondern mit mehreren gleichzeitig geöffneten Anwendungen, empfehlen wir folgende Konfiguration:

Betriebssystem: Windows XP SP3 oder Vista Home Premium SP1, MacOS X 10.4.11 bis 10.5.4
Prozessor: ab 3,4 GHz-CPU oder Multicore-CPU ab 2,4 GHz
Arbe
itsspeicher: 4 GByte
Festplatte: etwa 30 GByte (zzgl. Nutzdatenspeicher)
Display: mindestens 1280 x 900 Pixel
Grafik: Unterstützung von Shader Model 3.0, Open GL 2.0

Besonderheiten: CS4 kann nicht auf flash-basierten Speichermedien installiert werden.

Adobe Creative Suite 4