Zaghaft ins Web & Werbeflaute: ProSiebenSat.1 in Gefahr

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Der in Unterföhring ansässige TV- und Medienkonzern wechselte zu spät und zu schwach ins Onlinegeschäft. Dazu eine miese Finanzpolitik und weniger Werbung. Folge: Schieflage.

Die Existenz des bekannten Privatsenders ProSiebenSat.1 Media AG soll gefährdet sein. Problem 1: Der Sender musste durch die Übernahme der SBS Broadcasting Group 3,8 Milliarden Euro Schulden schultern. Problem 2: Der verspätete Einstieg ins Internet, der trotz vieler Zukäufe kaum Erträge oder eine dominante Marktposition erbracht hat. Die Zukunft der TV-Online-Anbieter scheint anderen zu gehören. Problem 3: Die Eigentümer, namentlich die beiden Finanzinvestoren Permira und KKR, genehmigten sich vor ein paar Monaten eine ungewöhnlich hohe Dividende von 270 Millionen Euro. Dieses Geld scheint nun zu fehlen.

Als weiteres Problem kommt der plötzliche Abschwung im deutschen und internationalen Werbemarkt hinzu. Das drückte den Sender im vorigen Quartal in die roten Zahlen. Da der Anzeigenumsatz sich in naher Zukunft wohl eher nicht erholen wird, sind die Zinszahlungen von jährlich über 250 Millionen Euro kaum aufzubringen. So versucht der Sender nun durch Einsparungen und Verkäufe, dem drohenden Bankrott zu entrinnen. (Ralf Müller)

IT-Times