SAP glaubt noch an Second Life

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Die Avatare-Massen haben Second Life gestürmt, sich gelangweilt und es längst wieder hinter sich gelassen. Ein paar treue Fans aber sind der Zweitwelt noch geblieben – in den Chefetagen von Firmen wie IBM und SAP.

Während der deutsche Softwareriese SAP in der realen Welt Geld und Personal ausblutet, versucht die Firma einen potenziellen neuen Markt für ihre aufwendigen Warenwirtschaftssysteme herbeizureden, und das ausgerechnet in der Loser-Community Second Life, der längst die aktiven Besucher wie zahlungskräftige Firmen abhanden kamen. Research-Dame Erica Dubach von SAP erklärt es so:

“Die Händler in der virtuellen Welt haben vielfach die gleichen Probleme wie die realen Händler. Sie haben zum Beispiel Warenbestände, sie haben Lagerhaltung, sie haben eine Fakturierung, sie haben Lieferanten. Die SAP-Systeme unterstützen die Händler in der realen Welt bei diesen Problemstellungen, und wir können das Gleiche leisten für die Händler der virtuellen Welt.”

Hört sich irgendwie virtuell an. Finden diese Researcher keine sinnvollere Beschäftigung mehr, als sich virtuelle Umsätze mit den virtuellen Möchtegern-Millionären à la Anshe Chung hochzurechnen? Träumen sie von einer virtuellen Welt ohne Finanzkrise, wie es der Finanzchef von Second-Life-Betreiber Linden Lab leichtfertig verspricht? Dabei waren gerade Linden Dollars noch nie das, als was sie während der großen Hype-Phase von Business Week bis Spiegel gepriesen wurden.

(nik)

Silicon Alley Insider