Klagen: Unbezahlte Überstunden wegen Vista

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Rechtliche Auseinandersetzungen um Windows Vista treffen nicht nur Microsoft, sondern auch Firmen, die es einsetzen. Weil Vista so gemächlich bootet und herunterfährt, wird in vielen Branchen die Arbeitszeit nicht korrekt erfasst.

Eine ganze Serie gerichtlicher Klagen wurden gegen größere US-Firmen eingereicht durch Beschäftigte, denen die Vista-Verzögerungen unbezahlte Überstunden bescheren. Mitarbeitern könnten auf diese Weise bis zu zwei Stunden unbezahlter Arbeitszeit wöchentlich entstehen, erklärt der in Nevada praktizierende Anwalt Mark Thierman. Er rechnet Schäden von mehreren Millionen $ über einen Zeitraum von drei Jahren hoch. Er vertritt Tausende von Mitarbeitern insbesondere von Versicherungsgesellschaften, aber auch eine Klage gegen den Telekomriesen AT&T steht an.

Die Windows-Vista-Probleme beträfen vor allem Arbeitnehmer, die nach Stunden bezahlt werden, wie etwa in Callcentern oder im Einzelhandel üblich. Das Problem entsteht, wenn Firmen ihre Zeiterfassungssysteme über den PC laufen lassen. Aktiviert werden sie jedoch erst, wenn sich der Benutzer eingeloggt hat. Was unter Windows Vista eben mal ein paar Minuten dauern kann, und hinterher geht auch noch Zeit flöten mit dem Herabfahren des Rechners. Somit müsse sich die Belegschaft bereits vorher und nachher in Büro oder Laden aufhalten, ohne dass ihre Arbeitszeit vollständig erfasst wird.

Es sei ein Fehler, Zeiterfassungssysteme über den PC laufen zu lassen, argumentiert der Anwalt. Auch wenn es sich mal wie eine gute Idee angehört habe.

(nik)

The Register